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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 8/2013
Landraub
Der globale Kampf um Boden fordert Opfer
Der Inhalt:

Bedrohte Freiheit

von Hartmut Meesmann vom 26.04.2013
Die evangelische Publizistik solle allein der Verkündigung dienen. So wird gefordert. Publizisten widersprechen – und das zu Recht

Jetzt ist der Streit voll entbrannt. Infrage stehen dabei Grundprinzipien der evangelischen Kirche. Es geht um die Freiheit eines Christenmenschen, um die Macht und Kontrollbemühungen einer Institution und um die Glaubensvermittlung in eine säkulare Gesellschaft hinein. Im Fokus: die evangelische Publizistik, sprich: die Journalistinnen und Journalisten in den evangelischen Printmedien und im Web sowie beim Evangelischen Pressedienst (epd). Sie sollen stärker an die Kandare genommen werden – sofern sie dies nicht schon längst sind.

Vor knapp zwei Jahren hatte die Publizistik-Professorin Johanna Haberer in Publik-Forum gewarnt: »Die evangelische Publizistik als freie Publizistik einer Volkskirche, als Verständigung der Kirche mit sich selbst und als Forum für den Diskurs von mündigen Christen über die Richtung und den Weg der mächtigen Institution Kirche scheint der Vergangenheit anzugehören. Evangelische Publizistik wird von kirchenleitenden Personen vor allem unter den Aspekten kirchlicher Öffentlichkeitsarbeit und PR wahrgenommen.«

Und genau das tut der Präsident des Kirchenamtes in Hannover, Hans Ulrich Anke, ein Jurist. Als Antwort auf den Beitrag von Johanna Haberer fordert er unmissverständlich, dass die evangelische Publizistik der Verkündigung dienen müsse. Und die »bedarf der Rückbindung an die Kirche« (siehe unten »Widerspruch der Publizisten«). Katholischer geht’s eigentlich kaum mehr.

Dahinter steht das Bestreben, die Kirche marktförmig zu machen. Und so ist bei Anke denn auch von »Firmenklarheit« und »Firmenwahrheit« die Rede. Richtig ist, dass in der modernen und pluralistischen Gesellschaft jede Institution um ihren Platz und um ihr Image kämpfen muss. Beachtet wird nur, wer eindeutige Positionen und ein klares Profil aufweist. Da ist auch in der »Kirche der Freiheit« – so das große Impulspapier aus dem Jahr 2006 – die Verlockung groß, die eigenen Medien ideologisch auf Vordermann zu bringen.

Nichts ist mit innerer Pressefreiheit, mit kritischer Berichterstattung nicht nur über gesellschaftliche Vorgänge, sondern auch über kirchliche. Nichts ist mit einer freien Presse in einer freien Kirche. Kein Wunder, dass engagierte und erfahrene evangelische Presseleute dem Präsidenten des Kirchenamtes jetzt deutlich widersprechen. »Evangelische Publizistik«, mahnt zum Bei

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