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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 8/2013
Landraub
Der globale Kampf um Boden fordert Opfer
Der Inhalt:

»Dafür gebe ich mein Gesicht«

von Klaus Merhof vom 26.04.2013
Filmstar Hardy Krüger initiiert Aussteigerprogramm für Nazis

Filmstar Hardy Krüger will jungen Menschen aus der rechtsextremen Szene neue Lebensperspektiven bieten. »Wir müssen mehr dafür tun, dass junge Leute aus den Klauen der Nachfolgeverbrecher von Herrn Hitler befreit werden«, sagte er in Hamburg. Man müsse ihnen Ausbildungsplätze vermitteln oder aktives Engagement in Sportvereinen ermöglichen. Das aber koste Geld und erfordere öffentliche Aufmerksamkeit. »Dafür will ich mein Gesicht geben«, sagte Krüger, der am 12. April 85 Jahre alt wurde.

»Ich bin ein Todfeind der Nazis geworden«, so der in Berlin geborene Schriftsteller und Schauspieler. Er greife jeden an, der »den Führer« glorifizieren wolle oder vergessen zu machen suche, »dass dieser österreichische Größenwahnsinnige und seine Verbrecherbande mehr als siebzig Millionen Menschenleben auf das Gewissen von uns Deutschen geladen haben«.

Krüger will für das Projekt »Wege in die Zukunft« auf Lesereisen und in Interviews Sponsoren gewinnen. Unterstützer fand er in dem Filmregisseur Hark Bohm, dem TV-Journalisten Klaus Bednarz und dem künstlerischen Leiter des Berliner Schlossparktheaters, Dieter Hallervorden. Vorbild des Projektes sei die Initiative »Exit« in Berlin.

Bednarz beklagte eine »chronische Unterfinanzierung« von Anti-Nazi-Initiativen. Dagegen seien Neonazis oft bestens ausgestattet. Allein in Mecklenburg-Vorpommern, wo die NPD seit 2006 im Landtag vertreten ist, seien bis heute rund sieben Millionen Euro Bundesmittel an die Fraktion geflossen. Mit diesen Geldern würden zunehmend sogenannte freie Kameradschaften unterstützt, die in Beratungsbüros, mit Kindertagen und naturverbunden im Land präsent seien.

Krüger sprach sich dafür aus, die NPD nicht zu verbieten, sondern sie mit demokratischen Mitteln aus den Parlamenten herauszuhalten. Er wisse aber auch, dass die Angst vor den Neonazis größer werde. Zugleich hätten es Aussteigewillige nicht leicht, sich aus der Szene zu befreien. Er selbst sei zunächst begeisterter Hitlerjunge gewesen, doch ihm seien die Augen geöffnet worden. Als 15-Jähriger habe er bei Dreharbeiten in den Berliner UFA-Studios die Schauspieler Hans Söhnker und Albert Florath getroffen, die ihm von Bergen-Belsen und Dachau erzählten und Hitler einen Verbrecher nannten.

Das von Krüger zum Vorbild genommene Aussteiger-Programm Exit ist eine von dem Kriminali

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