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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 8/2010
Papstkirche am Abgrund
Ein Bischof sagt, was sich jetzt ändern muss
Der Inhalt:

Warum kein Mahl für alle?

von Jürgen Israel vom 23.04.2010
Brotsegnung peinlich: Ökumenische Wortmeldung

»Die Abendmahlsgemeinschaft von Katholiken und Protestanten wird beim zweiten Ökumenischen Kirchentag keine Realität sein.« Das hatte schon vor längerer Zeit der evangelische Kirchentagspräsident Eckhard Nagel erklärt. Als sich dann tatsächlich abzeichnete, dass es in München kein gemeinsames Abendmahl von Katholiken und Protestanten geben werde, bildete sich in Berlin eine ökumenische Arbeitsgruppe (Publik-Forum 8/2009). Die forderte, dass auf dem Ökumenischen Kirchentag in München offen und öffentlich über das Problem gesprochen wird.

Im Februar fand ein erster Studientag dieses Arbeitskreises statt, an dem rund dreißig Christinnen und Christen teilnahmen. Referenten waren der Theologe Johannes Brosseder aus Köln, Mitherausgeber der Schrift »Eucharistische Gastfreundschaft«, und Konrad Raiser, bis 2003 Generalsekretär des Weltrats der Kirchen. Auch der Sozialethiker Friedhelm Hengsbach gehört inzwischen zu dem Kreis. Sowohl unter den Referenten als auch unter den Teilnehmern bestand schnell Übereinstimmung darüber, dass sie auf der Suche nach etwas Urchristlichem sind. Eine gemeinsame Mahlfeier versteht sich, so der aus katholischen wie evangelischen Christen bestehende Arbeitskreis, von selbst.

Inzwischen hat der Kreis ein Ziel bereits erreicht: in München wird über das Thema öffentlich gesprochen. Die Vorbereitungsgruppe tritt mit Veranstaltungen auf, bei denen deutlich werden soll, dass die Verantwortung für einen gesellschaftlichen Frieden nicht von der Verantwortung für den Frieden innerhalb der Christenheit getrennt werden kann. »So richtet sich die Losung ›Damit ihr Hoffnung habt‹ nicht nur an ›die Welt‹, sondern auch an die Christen, die ihre Hoffnung auf ein gemeinsames Mahl nicht aufgeben wollen«, sagt Mitinitiator Gerhard Vöhringer.

Da es keine stichhaltigen theologischen Gründe gibt, die einer umfassenden weltweiten Abendmahlsgemeinschaft im Wege stünden, wirkt nach Überzeugung der Gruppe die für den Ökumenischen Kirchentag in München geplante orthodoxe Brotsegnung geradezu peinlich. Sie zeige unsere glaubensarme Hilflosigkeit. Die vielen langen Tische, an denen das gesegnete Brot gemeinsam verzehrt werden kann, machten sich gewiss gut im Fernsehen, aber sie zeigten, wie weit wir uns vom Stifter des Abendmahls entfernt haben, der dafür bekannt ist, gerade mit Außenseitern Tischgemeinscha

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