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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 8/2010
Papstkirche am Abgrund
Ein Bischof sagt, was sich jetzt ändern muss
Der Inhalt:

Personen und Konflikte

vom 23.04.2010

Joanne K. Rowling, »Harry Potter«-Autorin, greift die britischen Konservativen an: Oppositionschef David Cameron, der zur Zeit Wahlkampf macht, wisse nichts über das Leben armer Leute, erklärte Rowling der Times. Nur wer die »Wirklichkeit der Armut« nicht selbst erlebt habe, könne sagen, dass es bei Sozialpolitik nicht um Geld, sondern um Botschaften gehe, erklärt die Autorin. Die Schriftstellerin lebte vor ihrem Riesenerfolg als alleinerziehende Mutter von Sozialhilfe. »Wenn dir zwei Cent im Geldbeutel fehlen und du dich selbst dabei ertappst, dass du über Ladendiebstahl nachdenkst, um an Windeln zu kommen, dann geht es um Geld.«

Richard Williamson, Bischof der traditionalistischen Piusbruderschaft, ist vom Amtsgericht Regensburg wegen Leugnung des Holocausts zu einer Geldstrafe von 10 000 Euro verurteilt worden. Das Gericht hat damit einen früheren Strafbefehl über 12 000 Euro reduziert. Der Geistliche, der in Großbritannien lebt, hatte gegen die ursprüngliche Strafe Widerspruch eingelegt. Deshalb kam es zu der öffentlichen Verhandlung in Regensburg, zu der Williamson allerdings nicht erschien. Der Bischof hatte im Herbst 2008 in einem Interview des schwedischen Fernsehens behauptet: »Es gab keine Gaskammern«. Außerdem hat er gesagt: In den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten seien höchstens »200 000 oder 300 000 Juden« ums Leben gekommen.

Klaus Mertes,Rektor des Berliner Canisius-Kollegs, der am 28. Januar mit dem Bericht über sexuelle Gewalt an dem Jesuitengymnasium die Skandalwelle sexuellen Missbrauchs in Kirche und weltlichen Internatsschulen lostrat, würdigt das Verhalten von Papst Benedikt XVI.in der Missbrauchsdebatte. Zugleich hält der Jesuit der Kurie im Vatikan vor, sie sei ein »Raumschiff, das den Bodenkontakt zu verlieren droht«. »Ich habe großen Respekt vor Benedikt XVI., weil er in der Frage des Missbrauchs keine Angst vor der Wahrheit gezeigt hat«, sagt Mertes. Er wünsche dem Papst zugleich, dass er Kritik an der Kirche auch als Zeichen der Liebe zur Kirche verstehen könne. In der Sprache des Papstes sei manchmal eine Verletztheit von der Welt sichtbar, die ihn schmerze, betonte Mertes. »Das macht ihn schwerhörig dafür, da

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