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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 7/2020
Der Sinnlosigkeit widerstehen
Ostern in der Corona-Krise
Der Inhalt:

»Wer sorgt für die Tiere?«

von Annette Lübbers vom 10.04.2020
Brigitte Mathes aus Sundern im Sauerland hat eine Corona-Hilfe für Katzen, Hunde und Tierbesitzer organisiert

Alte Menschen und solche mit Vorerkrankungen sollen angesichts der Corona-Pandemie das Haus nicht mehr verlassen. Was aber passiert mit deren Hund oder Katze? Wer bringt den Vierbeiner zum Arzt, wenn er krank oder verletzt ist? Wer besorgt Spezialfutter und dringend benötigte Medikamente? Ich habe Angst, dass sich viele Menschen in der Krise gezwungen sehen, ihre Tiere abzugeben oder in ein Tierheim zu bringen.

Also habe ich mich dazu entschlossen, einen Hilfsdienst zu organisieren. Menschen, die um die Versorgung ihrer tierischen Freunde bangen, können sich bei mir melden. Meine E-Mail-Adresse und meine Handynummer sind schon in der Lokalpresse veröffentlicht worden. Ich übernehme – solange die Krise andauert – den Fahrdienst für Hunde, Katzen, Hamster und Co. in meinem Stadtgebiet. Sundern hat zwar nur rund 28 000 Einwohner, aber die verteilen sich auf mehr als 16 Ortsteile und Dörfer auf etwas mehr als 193 Quadratkilometern. Da ist der vertraute Tierarzt oft nicht ums Eck.

Wenn es um das Wohl von Tier und Mensch geht, bin ich gerne bereit, Zeit zu investieren. Mein Mann, zwei Freundinnen und sieben andere Menschen haben ihre Hilfe angeboten, sodass wir jetzt insgesamt elf Leute – und gewappnet – sind.

Unser Service ist natürlich kostenlos. Aber den Termin beim Tierarzt muss Herrchen oder Frauchen nach Rücksprache mit mir selbst vereinbaren. Und auch klären, dass der Tierarzt eine Rechnung ausstellt, denn ich kann weder in Vorkasse treten noch mit fremden EC-Karten durch die Gegend fahren. Die allgemeinen Notfallrichtlinien beachte ich auf jeder Fahrt, halte Abstand und vermeide Berührungen.

Seit gut 18 Jahren bin ich im Tierschutz aktiv. Früher habe ich mich um Straßentiere in Rumänien und in Griechenland gekümmert. Jetzt setze ich mich für meine Mitmenschen und deren Vierbeiner hier vor Ort ein.

Ich kann den Gedanken einfach nicht ertragen, dass jetzt eine Zeit kommen könnte, in der sich Menschen zwangsweise von ihren geliebten Tieren trennen müssen, weil sie sie nicht mehr versorgen können. Menschen und Tiere leiden ja gleichermaßen, wenn sie ihre Bezugspersonen und ihre gewohnte Umgebung verlieren. Wenn mein Team und ich das verhindern können, dann ist das den Aufwand wert. Und wenn das Virus unseren Alltag nicht mehr bestimmt und Tierbesitzer in Not geraten, werde ich weiter für die Menschen und ihre

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