Zur mobilen Webseite zurückkehren
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 7/2019
Rebellion der Zukunft
Retten uns die Schüler?
Der Inhalt:

Beispiele für die Friedensarbeit der EU

vom 05.04.2019

Ein langer Weg zum Frieden

Nordirland. Eine Brücke, die zwei Stadtteile miteinander verbindet. Eigentlich nichts Besonderes. Und doch fördert die EU dieses Bauprojekt, sogar ein EU-Kommissar reist zur Eröffnung an. Denn diese Brücke steht in Derry, einer Stadt in Nordirland. Der blutige Bürgerkrieg zwischen Protestanten und Katholiken ist zwar offiziell seit dem Karfreitagsabkommen 1998 beendet. Aber noch immer leben die beiden Bevölkerungsgruppen oft getrennt in unterschiedlichen Stadtteilen und mit großen Vorbehalten der anderen Gruppe gegenüber. Die neugebaute »Peace-Bridge« ist daher kein gewöhnliches Bauprojekt, sie symbolisiert den Friedensprozess. Diesen unterstützt die EU seit 1995 mit den sogenannten Peace-Programmen. Insgesamt fördert die EU die Aussöhnung bislang mit mehr als 1,5 Milliarden Euro. »Die Rolle der EU beim Friedensprozess in Nordirland ist nicht zu unterschätzen«, sagt Giada Lagana, Politikwissenschaftlerin der Universität Galway. Zunächst lag der Schwerpunkt auf der sozialen Integration: Vom Bürgerkrieg Verwundete erhielten medizinische und psychologische Hilfe. Benachteiligte Bevölkerungsgruppen und Regionen wurden gezielt unterstützt. Mit dieser Strategie konnte der Versöhnungsprozess von unten mitgestaltet werden. Das aktuell laufende vierte Programm legt den Fokus auf die Versöhnungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen. In Belfast zum Beispiel besuchen sich Schulklassen aus katholischen und protestantischen Bezirken gegenseitig. »Ich kannte vorher niemand aus der anderen Gruppe«, erzählt eine Schülerin. Die so entstandenen Freundschaften stehen für die Hoffnung, dass Vorurteile und Feindschaften nicht an die nächste Generation weitergegeben werden. Die EU sieht darin eine »Stärkung einer friedvollen und stabilen Gesellschaft« und plant, die Programme trotz Brexit weiter zu finanzieren.

Völkerverständigung vor Ort

Europa. Über Skype singen Kindergartenkinder aus Thüringen gemeinsam mit Gleichaltrigen aus ihrer französischen Partnerstadt Lieder und zu Weihnachten gehen Pakete auf die Reise. Von klein auf wird hier Völkerverständigung gelebt. Die Anfänge liegen in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Die ersten Städtepartnerschaften wurden zwischen Deutschland und England gegründet. Die Bürger lernten sich besser kennen – und alte Feindsc

Wählen Sie Ihren Zugang und lesen Sie direkt weiter.

Digital-Zugang
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Digital-Zugang für "Publik-Forum"-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen