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Die große Lesekrise

Immer weniger Menschen greifen zum Buch. Zeit, über die Folgen nachzudenken
von Anne Strotmann vom 13.04.2018
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Lesen gehört zu den kulturellen Zaubertricks, mit denen sich Menschen eine gemeinsame Identität schaffen«, sagt die Schriftstellerin Juli Zeh. Wer Romane liest, sei empathischer, wortgewandter, besser zu Perspektivwechseln fähig, sagt die Forschung. Aber ich frage mich: Kann man solche Kunststücke nicht auch mit Onlineaktivitäten oder Filmen zustandebringen? Ich finde jedenfalls mehr Leute, die mit mir über die neue Netflix-Serie reden können als über den Roman, den ich gerade lese. In der Liste der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen schafft es das Buch nicht mal mehr unter die ersten fünfzehn Plätze. Wenn Menschen gefragt werden, warum sie keine Bücher mehr lesen, sagen sie, dass sie keine Zeit hätten, außerdem von Informationen überflutet würden und sich nicht konzentrieren könnten. Wer von der Schule oder Arbeit kommt, schaut eher Videos an oder klickt sich durch Onlineartikel, als sich einen 500-Seiten-Schmöker vorzunehmen.

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