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kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 7/2017
Was heißt Auferstehung?
Ein Gespräch mit dem Schriftsteller Patrick Roth und der Theologin Margareta Gruber
Der Inhalt:

Vorgespräch: Was macht Mozart in Chemnitz?

Fragen an den Vorstand der sächsischen Mozartgesellschaft, Franz Streuber, zum Mozartfest im Mai

Publik-Forum: Herr Streuber, wie kommt Mozart nach Chemnitz?

Franz Streuber: Wie kommt er nach Tokio, Sydney oder New York? Überall hat Mozart Freunde, auf der ganzen Welt. Sein feuriger Geist, sein ständiger Drang, alles neu auszuprobieren und durch viele Regungen und Verwirrungen zum Wahrhaftigen zu finden, hat uns nach der Wende inspiriert, in Chemnitz ein jährliches Mozartfest zu feiern. Die Stadt hat in zwei Diktaturen bleiern schwere Zeiten durchgemacht, politisch, kulturell und architektonisch. Wegen ihrer starken Industrialisierung wurde sie oft als »Ruß-Chemnitz« bezeichnet. Mit Mozart wollten wir einen frischen Geist in die vernarbte Stadt bringen, einen Kontrapunkt setzen.

Wie klingt denn Mozart in Chemnitz?

Streuber: Durchaus gemischt. Wir wollen bewusst keine historisch-puristische Mozartpflege betreiben, sondern aus der Leidenschaft und Unkonventionalität dieser Musik schöpfen. Zwei Wochen lang finden hier überall in der Stadt Konzerte statt – im Opernhaus, in Kirchen, Schlössern, Villen, Hotels, aber auch im Wasserkraftwerk und im Rehabilitationszentrum für Blinde. Manche Stücke werden auf historischen Instrumenten gespielt, andere mit modernen Orchestern. Aber auch wenn da hochkarätige Musiker auftreten, wollen wir keine eitle Kultur aus dem Elfenbeinturm, sondern Begeisterung verbreiten.

Wie machen Sie das?

Streuber: Da musiziert die Weltspitze gemeinsam mit Mozartliebhabern aus der lokalen Bevölkerung, da treten Profis neben Laien und Chemnitzer Kindern auf. Zu diesem Fest kommen führende Interpreten der Alten Musik, beispielswei