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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 7/2016
Eine Stadt sucht Heilung
Brüssel nach dem Terror
Der Inhalt:

Vorgespräch: Wie kommt eine Stadt zur Ruhe?

von Hartmut Meesmann vom 15.04.2016
Fragen an Pfarrerin Annette Majewski, die das Projekt »Wiesbaden hält inne« organisiert

Publik-Forum: Frau Majewski, warum sollte eine Stadt wie Wiesbaden mal innehalten?

Annette Majewski: Der Lärmpegel in unserer Stadt ist hoch: Autoverkehr und Flugzeuge, Musikbeschallung in Geschäften, Baustellen, allgegenwärtige Handynutzung. Das führt zu Hektik und Stress. Viele Menschen haben eine große Sehnsucht nach Entschleunigung und Stille, auch in der Stadt. Diese Sehnsucht wollen wir mit einer »Woche der Stille« aufnehmen.

Was erwartet den eiligen Städter?

Majewski: Ein Stille-Pavillon mitten in der Stadt wird zum Verweilen einladen, ebenso eine Ruhezone in der Passage eines Kaufhauses. Es stehen Yoga und Meditation auf dem Programm, Filmvorführungen, musikalische Akzente, Stadtrundgänge zu Orten des Innehaltens. Es wird einen Stille-Flashmob geben, wir laden dazu ein, schweigend mit dem Bus durch die Stadt zu fahren. Der Theologe Pierre Stutz wird über die »Stille als Lebensquelle« sprechen.

Haben Sie dabei eine Zielgruppe im Auge?

Majewski: Wir wollen vor allem jene Menschen ansprechen, die unter Unruhe und Hektik leiden, die in der Stadt wohnen, hier einkaufen und hier auch ihre Freizeit verbringen. Wir wollen ihnen Wege aufzeigen, wie sie zur Ruhe kommen und neue Kraft schöpfen können. Das kann ihre Wahrnehmung der Stadt verändern.

Was hat das alles mit dem christlichen Glauben zu tun?

Majewski: Es ist mir als Stadtkirchenpfarrerin ein besonderes Anliegen, dass sich die Menschen wieder in ihrer Seele verankern und entdecken, dass sie dem Leben und seinem Schöpfer vertrauen können. Das drückt sich auch in dem Motto aus, das wir gewählt haben. Es ist eine Aussage des Mystikers Angelus Silesius: »Mensch, wo läufst du hin, der Himmel ist in dir!«

Die Mai-Kundgebung der Gewerkschaften ist Teil des Programms. Wie kommt’s?

Majewski: Der 1. Mai als »Tag der Arbeit« fällt in die geplante Woche. Wir unterstützen die »Allianz für den freien Sonntag«, die sich an der Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbunds beteiligt. Auch der arbeitsfreie Sonntag ist ein zentraler Aspekt einer heilsamen Entschleunigung.

Wann wäre das Projekt »Wiesbaden hält inne« a

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