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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 7/2015
Und der Mensch schuf das Netz
Gott in der digitalen Revolution
Der Inhalt:

»Mehr Zeit mit Mike«

von Sara Mierzwa vom 10.04.2015
Sozialprotokoll: Vor dem Tod habe sie keine Angst, sagt Jane Willcox. Seit sie an Krebs erkrankt ist, versucht sie jeden Tag bewusst zu leben

Hier, in unserer hellblau gestrichenen Küche würde ich am liebsten jeden Tag mit meinem Mann Mike frühstücken. Leider geht das fast nur am Wochenende. Ich hatte mir immer gewünscht, mehr Zeit mit ihm zu verbringen, wenn wir beide in Rente sind.

Seit ich die Diagnose Brustkrebs habe, weiß ich nicht, ob wir diese Zeit jemals miteinander erleben werden. Wir sind seit 28 Jahren verheiratet. Meine vier Kinder sind zwischen 18 und 27 Jahren. Zum Glück alt genug, um für sich selbst zu sorgen. Als ich das erste Mal die Diagnose Brustkrebs bekam, waren sie noch kleiner. Das war vor neun Jahren. Es begann mit unbestimmten Schmerzen im ganzen Körper. Ich ging zum Arzt, er untersuchte mich, und dann ging plötzlich alles sehr schnell. Innerhalb einer Woche wurde über die folgende Behandlung entschieden: sechsmonatige Chemotherapie, drei Wochen Strahlentherapie, und bis heute bekomme ich Hormone, um eine Wiederkehr zu verhindern.

Damals gab ich meinen Beruf als Physiklehrerin auf, weil ich mich danach sehnte, in der Kirche zu arbeiten. Parallel zur Strahlentherapie besuchte ich eine Fortbildung: das Beste, was ich in meinem Leben getan habe – abgesehen von meiner Hochzeit mit Mike. Wir lernten, wie man betet, wie wir zu uns selbst finden und unsere Beziehung mit Jesus gestalten können. Seitdem begleite ich Menschen auf ihrem spirituellen Weg.

Es ist eine tolle Aufgabe, weil ich verschiedene Lebensgeschichten höre und Menschen unterstützen kann. Ich arbeite gerne – nur manchmal zu viel. Außerdem leite ich den Kirchenchor. Die Kirchenmusik lässt mein Herz singen! Viele Menschen sehen sehr ernst aus, wenn sie in die Kirche gehen, und dann strahle ich sie einfach an, während ich singe.

Sogar während der Chemotherapie habe ich den Chor immer weiter geleitet. Das hat mich lebendig gehalten. Nur das erste Wochenende blieb ich im Bett, weil ich zu schwach zum Dirigieren war. Die Behandlung verlief insgesamt gut, und ich hatte den Krebs fast vergessen.

Dann brach plötzlich eine meiner Rippen, als ich bei der Chorprobe zu schwungvoll dirigierte. Mike kam mit mir zum Arzt. Dort stellte sich heraus, dass es wieder Brustkrebs war und ich auch Tumore in der Leber hatte.

Ich war nicht überrascht über die Nachricht, aber ich finde es unendlich traurig, dass ich wahrscheinlich nie meine Enkelkinder sehen werde. Es fühlt

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