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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 7/2013
Tödliche Hetze
Sozialethiker Friedhelm Hengsbach: »Wir brauchen Zeitrebellen«
Der Inhalt:

Nicht gern im Rampenlicht

von Nicole Kiesewetter vom 12.04.2013
Der Jurist Gerhard Robbers, Präsident des Evangelischen Kirchentages, will nichts vorschreiben, sondern ermutigen

Er wolle »kein Sondersüppchen kochen«, hat Gerhard Robbers einmal gesagt. Und es ist dem Präsidenten des 34. Evangelischen Kirchentags in Hamburg anzumerken, dass er es auch so meint. Große Gesten und das Rampenlicht sind seine Sache nicht. Dabei ist der Kirchentag vom 1. bis 5. Mai mit seinen rund 100 000 Teilnehmern ein echtes Großereignis.

Robbers mag nicht viel Wind machen um seine Person und die vielen Termine seiner Präsidentschaft. Er sei dankbar für dieses Amt, in dem er so vielen interessanten Menschen begegne, sagt der 62-Jährige. »All diese vielen Menschen, die sich intensiv einbringen.« Die daraus erwachsene Kreativität dürfe nicht durch das Herausstellen einzelner Personen oder durch Weisungen »von oben« verloren gehen.

Gerhard Robbers studierte Jura in Freiburg, promovierte über »Gerechtigkeit als Rechtsprinzip« und habilitierte sich über das Thema »Sicherheit als Menschenrecht«. 1989 folgte der Ruf nach Trier, wo er seitdem als Professor lehrt. Robbers ist verheiratet und hat vier Kinder. »Er ist ein Präsident, der ermuntert und ermutigt«, sagt Ellen Ueberschär, die Generalsekretärin des Kirchentags. Robbers habe mit seiner gewinnenden und humorvollen Art »inzwischen fast ganz Hamburg persönlich von den Vorzügen des Kirchentags überzeugt«.

Dabei war Robbers in jungen Jahren selbst gar nicht überzeugt. Im Alter von rund 17 Jahren ist er aus der Kirche ausgetreten, »weil ich nicht geglaubt habe, was die mir da erzählen wollten«. Doch mit Anfang dreißig habe er zurückgefunden zum evangelischen Glauben. Seitdem weiß Robbers: »Auch wer nicht dazugehört, hat dieselben Fragen wie die Menschen, die ihren Glauben haben.«

Die Kirchentagslosung »Soviel du brauchst« sieht der Jura-Professor »als Zuspruch und als Aufforderung«. Diskutieren will er etwa über die Frage, wie »ethisches Wirtschaften in Unternehmen verankert werden kann«. Und es gehe darum, »wie wir unterschiedliche Kulturen, Weltanschauungen und Religionen zusammenbringen«. Robbers ist selbst ein Experte für diese grundlegenden Fragen. In Büchern und Aufsätzen hat er sich mit dem Staatskirchenrecht, dem Streikrecht in den Kirchen sowie mit Gottesbezügen in Verfassungen beschäftigt. Eine seiner Kernthesen lautet: Staat und Bürger sollten »religionsoffen« sein und Religionsfreiheit für jeden in vollem Umfang gewähren – egal ob Christ, Jude o

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