Zur mobilen Webseite zurückkehren
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 7/2013
Tödliche Hetze
Sozialethiker Friedhelm Hengsbach: »Wir brauchen Zeitrebellen«
Der Inhalt:

»Gemeinden neuer Art«

von Thomas Seiterich vom 12.04.2013
In Nordamerika arbeiten schon 160 katholische Priesterinnen

»Bei uns in Amerika sind die kirchlichen Verhältnisse einfach etwas lockerer als im engen, stark kontrollierten Deutschland«, sagt Janice Sevré-Duszynska. Die sportliche 63-Jährige war von Beruf Lehrerin in Lexington im US-Bundesstaat Kentucky. Seit ihrer Pensionierung arbeitet sie als katholische Priesterin: »Wir sind mittlerweile 160 Priesterinnen in Nordamerika. Wo immer eine von uns sich niederlässt, bildet sich eine Community, eine Gemeinde um sie herum.«

Die ersten römisch-katholischen Priesterinnen wurden in Deutschland und Österreich geweiht, am Fest Peter und Paul 2002 auf einem Donauschiff unweit von Passau. Doch sie sind – anders als in Amerika – eine kleine Schar geblieben, meist ohne größere, feste Gemeinde; engagierte Christinnen, von denen nicht wenige mittlerweile im achten oder neunten Lebensjahrzehnt stehen.

Junge Priesterinnen von WOW, der Bewegung Women’s Ordination Worldwide, präsentierten anlässlich der Papstwahl in Rom ihre Forderungen nach Gleichberechtigung der Geschlechter in allen Weiheämtern der katholischen Kirche mit einer öffentlichen prophetischen Zeichenhandlung oberhalb des Petersdoms, während die – allesamt männlichen – Kardinäle den neuen Papst wählten.

Vor allem Priesterinnen aus den USA, Kanada, Irland und Großbritannien waren vertreten. Es regnete eisig aus tief hängenden Wolken. Doch die Frauen waren höchst präsent und kommunikativ. In Kostüm und Stöckelschuhen die einen, in wetterfester Wanderkleidung die anderen. Einige trugen das weiße Chorhemd und die lila Stola.

Eine kurze, gepfefferte Erklärung wider den systematischen Sexismus in der katholischen Kirche wurde vor einem halben Dutzend Fernsehteams verlesen. Dann stimmten die Frauen das Lied an: »Ubi Caritas et Amor …« Und sie entzündeten eine Petarde, eine Signalfackel. Beim dritten Versuch stieg rosa – nicht schwarzer oder weißer – Rauch über Sankt Peter empor.

Später, beim Gottesdienst in der römischen Basisgemeinde Sankt Paul, predigte Janice Sevré, dass die Frauen in der katholischen Kirche diejenige Gruppe seien, die »am stärksten marginalisiert und an den Rand gedrängt« werde. »Wir wollen eine Kirche, in der Priesterinnen willkommen sind und nicht ausgeschlossen werden.« Dabei formulierte die internationale Priesterinnen-Vereinigung WOW ein neues Priesterbild: »Unsere Aufgabe

Wählen Sie Ihren Zugang und lesen Sie direkt weiter.

Digital-Zugang
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Digital-Zugang für "Publik-Forum"-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen