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Die Selbstverwalter

In Halle organisieren Erwerbslose den Tafelladen selbst
von Rebekka Sommer vom 12.04.2013
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Bei der Halleschen Tafel herrscht Andrang. Im Lagerraum packen fünf Mitarbeiter emsig Obst, Joghurt und Brot in Körbe, ein sechster reicht sie über den Tresen. Der Warteraum platzt aus allen Nähten. »Ungefähr hundert Leute kaufen jeden Tag bei uns ein«, sagt Ingo Liebscher. Der 61-jährige behäbige Mann mit dem grauen Hemd hat die Tafel zusammen mit einem zweiten Ehrenamtlichen aufgebaut, den Anstoß gab die Stadtmission. Nach sechzehn Jahren ist Liebscher so etwas wie der Chef hier. Wenn er Besuchern die Räume präsentiert, kann er zu jedem Zettelchen, das an den Wänden haftet, etwas erzählen: »Kinderwagen vorrätig«, steht auf einem, »Sag’s auf Deutsch« auf einem anderen: eine Ermutigung an die wenigen Zuwanderer hier, beim Einkaufen nicht in ihre Herkunftssprachen zu verfallen, erklärt der ehrenamtliche Chef.

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