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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 7/2012
Russisch Roulette im Labor
Die falschen Versprechungen der grünen Gentechnik
Der Inhalt:

Das Kreuz der Arbeiter

von Tobias Heinzelmann vom 04.05.2012
Arbeitnehmerkirche prangert soziale Missstände an

Mit einem Kreuzweg der Arbeit möchte die im November 2008 gegründete Arbeitnehmerkirche in Frankfurt am Main besonders die Arbeiterschaft ansprechen und in den Mittelpunkt der Verkündigung stellen. Denn die heutige Situation am Arbeitsplatz weise durchaus Parallelen zum Kreuzweg Jesu auf, meint Albert Seelbach, Leiter der Arbeitnehmerkirche und Pfarrer im Ruhestand. Der von ihm gestaltete Kreuzweg enthält zum Beispiel Bilder, die auf prekäre Arbeitsverhältnisse, Mobbing und ungerechte Entlohnung aufmerksam machen. Die Arbeitnehmerkirche möchte dazu beitragen, die Kluft zwischen der Arbeitswelt und der katholischen Kirche zu verringern und Brücken zwischen Glauben und Alltagsleben zu schlagen.

Die Idee der Arbeitnehmerkirche ist aus der Katholischen ArbeitnehmerBewegung (KAB) hervorgegangen und ein gemeinsames pastorales Projekt mit der katholischen Pfarrei Mariä Himmelfahrt in Frankfurt-Griesheim. Die Zielgruppen, für deren Interessen sich die Arbeitnehmerkirche einsetzt, sind Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Auszubildende, Arbeitslose, Familien, ältere Menschen und sozial Benachteiligte. Durch lebensbezogene, arbeitnehmergerechte Bildungsabende und -angebote will sie die Menschen aufklären, begleiten und dazu befähigen, ihre Arbeitnehmerrechte einzufordern und gegebenenfalls für ihre Rechte zu kämpfen. Soziale Missstände, vor allem am Arbeitsplatz, sollen angeprangert werden, da sie bei vielen Menschen Burnout, Depression oder Krankheit auslösen.

Ein gerechter Lohn und ein gutes Leben für alle müsse im Interesse der Kirche sein, sagt Albert Seelbach unter Hinweis auf die katholische Soziallehre. Darüber hinaus sollte die Kirche ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Menschen haben. »Eine Kirche, die nicht dient, dient zu nichts«, zitiert er den französischen Bischof Jacques Gaillot.

Jedoch wurde der Antrag auf Bezuschussung aus den Mitteln für »Innovative pastorale Projekte« vom Dezernat Pastoral in Limburg mit der Begründung abgelehnt, die Arbeitnehmerkirche bringe »nichts Neues« gegenüber der herkömmlichen KAB-Arbeit, so Seelbach, der auf den Mainzer »Arbeiterbischof« Wilhelm Emmanuel von Ketteler (1811-1877) verweist. Denn der erkannte: »Wollen wir also die Zeit erkennen, so müssen wir die soziale Frage ergründen suchen. Wer sie begreift, der erkennt die Gegen

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