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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 7/2012
Russisch Roulette im Labor
Die falschen Versprechungen der grünen Gentechnik
Der Inhalt:

Abschied von der Illusion

von Christian Modehn vom 04.05.2012
Huub Oosterhuis: Der niederländische Theologe, Dichter und Prophet geht den Weg mit seiner Gemeinde kämpferisch weiter – unabhängig von der katholischen Kirche

In Amsterdam wurden in den letzten Jahren vierzig Kirchen abgerissen oder in Büros und Wohnungen umgewandelt. Wer in dieser säkularisierten Stadt ein neues religiöses Zentrum einrichtet, braucht viel Mut und einen reichen Sponsor. Huub Oosterhuis ist mit beidem gesegnet. Als Theologe, Dichter und Initiator der ökumenischen »Studentenekklesia« ist er in ganz Niederlande bekannt.

Der Unternehmer und Multimillionär Alex Mulder schenkte der Gemeinde vor einem Jahr ein Haus mit dem verheißungsvollen Namen »Die neue Liebe« (http://www.denieuweliefde.com). Das repräsentative Gebäude an der »Da Costakade« war früher ein katholischer Treffpunkt, es wurde »Die Liebe« genannt. Jetzt wird die Liebe »neu«. Sie könnte »ewig währen«.

Denn das Haus macht nach dem Umbau einen gediegenen Eindruck: Auf drei Etagen bietet es Raum für Theateraufführungen, Konferenzen und Gottesdienste. Es gibt eine Bibliothek, ein Café sowie Räume für die Redaktion der politisch-theologischen Hauszeitschrift.

Die 14 festen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden das Haus zu einer Akademie gestalten, in der sich alles um die Kultur der Bibel dreht. In einer neoliberalen Gesellschaft, die – wie Oosterhuis sagt – »versucht, unseren Verstand zu vernebeln und unser Gewissen zu betäuben«, stellt der Amsterdamer Theologe die biblischen Weisungen in den Mittelpunkt. »Hab lieb den Fremden, denn er ist ein Mensch wie du« – mit diesem Wort aus der hebräischen Bibel bringt Oosterhuis seine politische Überzeugung auf den Punkt. Er teilt sie mit seinen Freunden in der Sozialistischen Partei (SP).

»Hab lieb den Fremden« ist zugleich das Motto für den Widerstand gegen rechtslastige Populisten, die Stützen der gegenwärtigen Regierung in den Niederlanden. Königin Beatrix ließ es sich nicht nehmen, bei der Eröffnung der »Neuen Liebe« im Februar vergangenen Jahres dabeizusein. Mit ihrem 2002 verstorbenen Mann, dem sozial engagierten Prinz Claus von Amsberg, war Oosterhuis freundschaftlich verbunden.

Die Gemeinde, die sich in der »Neuen Liebe« sonntags am Vormittag zum Gottesdienst trifft, nennt sich auch »Studentenekklesia«. Es sind Menschen verschiedener Konfessionen, die sich als »Studierende«, als Lernbereite, verstehen. Huub Oosterhuis ist seit 1970 ihr geistlicher Leiter. In jenem Jahr kam es zum Bruch zwischen der katholischen Studenten

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