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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 6/2020
Berühre mich!Aber fass mich nicht an
Leben, lachen, glauben in Corona-Zeiten
Der Inhalt:

Buchbesprechungen

vom 27.03.2020

Stephan Loos/Michael Reitemeyer/Georg Trettin (Hg.)
Mit dem Segen der Kirche?
Herder. 208 Seiten. 22 €

2018 diskutierten Theologen, Psychotherapeuten, Amtsträger und Homosexuelle auf einer Tagung darüber, ob und wie gleichgeschlechtliche Partnerschaften im Rahmen einer katholischen Liturgie gesegnet werden können. Die Ergebnisse dokumentiert dieser Band. Deutlich wird: Es hat, vor allem in der Moraltheologie, ein grundlegender Perspektivwechsel eingesetzt: weg von einer biologistischen Betrachtung der Sexualität hin zu einer wertschätzenden Anerkennung personaler (Liebes-)Beziehungen, auch unter Lesben und Schwulen. Da diese Neubewertung aber fast nur in den westlichen Ländern erfolgt ist und das katholische Kirchenrecht gleichgeschlechtliche Ehen verbietet, regt der Kirchenrechtler Thomas Schüller an, »partikularrechtlich abgesicherte Segensliturgien für solche Paare« zu entwickeln. Das sei möglich, weil jeder Bischof »einen gewissen Spiel- und Freiraum« habe, eigene liturgische Normen zu erlassen. Hartmut Meesmann

Matthias Platzeck
Wir brauchen eine neue Ostpolitik
Propyläen. 260 Seiten. 22 €

Der Vorteil des Buches ist die selbstkritische Befragung der europäischen Politik Russland gegenüber. Der Nachteil: wesentliche Teile der gegenwärtigen russischen Politik werden auf die demütigende, ignorante Haltung des Westens zurückgeführt. Platzecks Darstellung der Zurückweisungen Russlands durch Nato und EU, der Missachtung seines Sicherheitsbedürfnisses und der seiner Meinung nach wirkungslosen Wirtschaftssanktionen führen zu der Forderung der Integration Russlands in den europäischen Wirtschaftsraum und in ein gesamteuropäisches Sicherheitsbündnis. Die Initiative dazu müsse von der Nato und der EU ausgehen. Willy Brandt und Egon Bahr sind Gewährsleute dafür, dass dies erfolgreich sein kann. Was in Platzecks Russlandbild keinen Platz hat, wird nicht thematisiert: das Großmachtstreben, die Unberechenbarkeit der Politik und die Menschrechtsverletzungen. Ein gut geschriebenes, aber unbefriedigendes Buch. Jürgen Israel

Florian Schwinn
Rettet den Boden!
Westend. 272 Seiten. 24 €

Für m

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