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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 6/2016
Der neue Mensch
Jens Reich über Fluch und Segen der Gen-Medizin
Der Inhalt:

Stichwort: Mystischer Martin Luther

von Norbert Copray vom 25.03.2016
Das Jubiläumsjahr als Wegmarke zur ökumenischen Versöhnung

Volker Leppin
Die fremde Reformation
Luthers mystische Wurzeln. C. H. Beck. 246 Seiten. 21,92 €

Brigitte Romankiewicz
Sophia kehrt zurück
Evangelische Mystik im Schatten Luthers. Herder. 346 Seiten. 28,99 €

Andreas Malessa
Hier stehe ich, es war ganz anders
Irrtümer über Luther. SCM Hänssler. 188 Seiten. 14,95 €

Volker Reinhardt
Luther der Ketzer
Rom und die Reformation.
C. H. Beck. 352 Seiten. 24,95 €

Walter Kardinal Kasper
Martin Luther
Eine ökumenische Perspektive. Patmos. 96 Seiten. 8 €

Heiner Geißler
Was müsste Luther heute sagen?
Ullstein. 286 Seiten. 20 €

Die Bücherwelle zum Reformationsjubiläum 2017 schwillt an. Es ist daher an der Zeit, markante Neuerscheinungen hervorzuheben. Eindrucksvoll ist zum Beispiel »Die fremde Reformation« von Volker Leppin. Der evangelische Tübinger Professor für Kirchengeschichte skizziert vor dem Hintergrund der spätmittelalterlichen Frömmigkeit die mystische Innerlichkeit Martin Luthers, die ihn bis zum Schluss antreibt. Luther machte sich mit seinen Thesen zu Ablasshandel und Buße (1517 verschickt, aber nie diskutiert und schon gar nicht in Wittenberg an der Schlosskirche angeheftet) zum Sprachrohr einer fast hundertjährigen massiven Unzufriedenheit mit der Kirche. Die teils intrigante, teils arrogante Reaktion Roms führte dann auf beiden Seiten zur Eskalation, hinter der Luthers mystischer Ansatz zunehmend verschwand. Die Auseinandersetzungen mit den Täufern und den Spiritualisten brachten Luther schließlich dazu, in der ›Schrift allein‹ den Maßstab zu sehen und seine mystischen Wurzeln zu relativieren.

Brigitte Romankiewicz, die über Kultur- und Symbolgeschichte sowie über die Psychologie C. G. Jungs forscht, setzt in ihrem Buch »Sophia kehrt zurück« ganz ähnlich an. Sie sieht Luther zunächst eingebettet in den Strom vorreformatorischer Mystiker. Doch mit seiner »radikalen Eingrenzung auf den Wortsinn der Bibelsprache« wollte Luther die »Quelle des Geistes ausschließlich durch das Wort gefasst sehen«. Auf diese Weise wehrte er nicht nur seine eigene Faszination für Mystik ab, sondern käm

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