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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 6/2014
Das Genmais-Komplott
Wie Konzerne eine Technologie durchsetzen, die keiner will
Der Inhalt:

Faire Löhne für Näherinnen

von Markus Dobstadt vom 28.03.2014
Kampagne der Christlichen Initiative Romero zur Fußball-Weltmeisterschaft

Kurz vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft am 13. Juni macht die Christliche Initiative Romero (CIR) auf die schlechten Bedingungen in der weltweiten Sportbekleidungsindustrie aufmerksam. Sie fordert die Hersteller auf, den Arbeiterinnen höhere Löhne zu zahlen. In vielen asiatischen Ländern reichten die nicht aus, um auch nur die Grundbedürfnisse decken zu können. Gleiches gelte für Mittelamerika. Während die Ausstatter Nike, Adidas und Puma Millionengewinne machten, fertigten etliche Tausend Männer und Frauen die Trikots, Schuhe und Fanartikel zu Hungerlöhnen. Entsprechende Bemühungen der Firmen, die Lage zu verbessern, seien »immer noch ungenügend«, schreibt die CIR.

Estela Ramírez, Präsidentin der Gewerkschaft Sitrasacosi, schildert die Zustände in Textilfabriken in El Salvador so: »Der Arbeitsdruck ist sehr hoch, nicht nur vor der WM. Ein gravierendes Problem sind die gesundheitlichen Folgen der sich ständig wiederholenden Bewegungen. Viele Arbeiterinnen erkranken an entzündeten Harnwegen, weil sie zu wenig trinken, um aus Angst vor der Schelte der Aufseherinnen keine Zeit mit Toilettengängen zu verlieren. Die Hygienebedingungen auf den Toiletten sind katastrophal, Atemwegserkrankungen weit verbreitet.« Näherinnen verdienten nur 202 US-Dollar brutto im Monat. Sie seien daher gezwungen, unzählige Überstunden zu leisten. Noch weniger verdienen die Beschäftigten in asiatischen Ländern. Die Organisation Asia Floor Wage Alliance hat ausgerechnet, wie hoch der Lohn eigentlich sein müsste, um davon zwei Erwachsene und zwei Kinder zu ernähren. In Bangladesch wären dafür 238 Euro pro Monat nötig, der gesetzliche Mindestlohn beträgt hingegen nur 50 Euro. Ähnlich groß ist die Kluft in Kambodscha, China, Indien und Sri Lanka.

Die CIR nennt es angesichts dieser Zahlen einen »Zynismus der Ausbeutung«, wenn Adidas etwa dem deutschen Nationalspieler Mesut Özil 300 000 Euro im Monat bezahlt, nur weil er das Trikot der Marke trägt. Mit der Kampagne »Play Fair – pay fair« will die CIR die Situation der Arbeiter verbessern. Eine Aktionszeitung bietet Hintergrundinformationen zur weltweiten Sportbekleidungsproduktion. Im April erscheint die Werkmappe »Fit For Fair« mit Aktionsvorschlägen und Lernspielen. Bei der Adidas-Aktionärs

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