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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 6/2014
Das Genmais-Komplott
Wie Konzerne eine Technologie durchsetzen, die keiner will
Der Inhalt:

Sozialprotokoll: Entspannter geht nicht

von Annette Lübbers vom 28.03.2014
Rechtsanwältin Anna Mahlert (33) hat ihre zwei Kinder zu Hause entbunden – und Sorge, dass ihre Hebamme den Beruf aufgibt

In meiner Familie haben Hausgeburten Tradition. Ich bin selbst zu Hause geboren, genau wie vier meiner fünf Geschwister. Meine Schwestern (eine davon ist sogar Ärztin) und ich haben unsere Kinder bewusst zu Hause entbunden. Natürlich gibt es Indikationen, mit denen eine Frau zur Entbindung in eine Klinik gehen muss. Ich sage auch nicht, dass eine Hausgeburt der einzig richtige Weg für jede Frau ist.

Aber meine persönliche Erfahrung mit Hausgeburten ist durchweg positiv: Als Gebärende bleibe ich in meiner normalen Umgebung, wo ich mich wohlfühle und entspannen kann. Ich vermeide unnötigen Stress, den allein die Fahrt ins Krankenhaus auslösen kann.

In Kliniken laufen häufig zu viele Geburten parallel. Es fehlen Räume, und sie sind personell leider oft unterbesetzt. Zu Hause habe ich meine erfahrene Hebamme die ganze Zeit bei mir und werde durchgehend professionell betreut. Außerdem kennen wir uns die ganze Schwangerschaft über, sodass ein ganz anderes Vertrauen entstanden ist und man sich viel schneller versteht. Die Ausbildung der Hebammen qualifiziert sie für die erste Notfallversorgung und für fast alle Komplikationen unter der Geburt. Zum Beispiel dürfen Hebammen Dammverletzungen versorgen, sogar nähen.

Ein Beispiel einfacher, aber wirksamer Hilfe erlebte ich bei der Geburt meiner Tochter Miriam. Einmal wurden die Herztöne des Kindes etwas schwächer, was eine Verlegung in die Klinik erforderlich hätte machen können. Anstatt nun künstlich in die Geburt einzugreifen, sagte meine Hebamme erst einmal nur: »Dein Kind braucht Hilfe. Denk jetzt mal ganz stark an dein Baby.« Das habe ich gemacht, und die Herztöne wurden sofort wieder besser. So etwas wird es in einer Klinik eher selten geben, da dort weder die Zeit noch das Vertrauensverhältnis vorhanden sind. Klinik-Hebammen arbeiten im Schichtdienst, und man lernt sie vorher weder kennen, noch ist sicher, dass man nicht sogar einen Schichtwechsel unter der Geburt hinnehmen muss.

Und nach der Geburt? Da fiel ich einfach befreit in meine Kissen zurück, und die Hebamme legte mir das Kind an die Brust. Keine Waschungen, keine langen Untersuchungen durch einen Kinderarzt, sondern nur ein kurzer aber ausreichender Check durch die Hebamme – ganz nebenbei auch keine Infektionsgefahr durch Krankenhauskeime. Mutter und Kind sind die ganze Zeit beisammen, was doch erst einmal das Wichtigste ist. Die Gefa

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