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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 6/2012
Gesellige Einzelgänger
Pilgern: Sich selbst auf der Spur – und vielleicht auch Gott
Der Inhalt:

Das Ich im Netz

von Anne Lemhöfer vom 04.05.2012
Kritiker, Komiker, Kumpel und Käufer: Das Internet ist eine Bühne, auf der ein einzelner Mensch in zahlreiche Rollen schlüpfen kann. Verändert die virtuelle Selbstinszenierung unsere Identität?

Da ist ein Mensch, der sich selbst ziemlich witzig findet und auf Facebook Fotos von Häusern postet, deren Fenstersimse aussehen wie Männerbärte. Da ist ein Mensch, der den Satz: »Das ist wirklich das schlechteste Buch, das ich je gelesen habe«, ungezählte Male in die Rubrik »Kundenrezensionen« auf Amazon geschrieben hat. Da ist ein Mensch, der in einem Blog so humorvoll von seiner kleinen Tochter erzählt, dass zahlreiche Leser begeistert das virtuelle Gästebuch füllen. Da ist ein Mensch, der unter einem Tarnnamen Interna aus einem Bezirksparteitag twittert und mehrere Politikerkollegen in Schwierigkeiten bringt. Da ist ein Mensch, der so einfühlsame Mails formulieren kann, dass er seine neue Partnerin in einer Online-Datingbörse für sich gewonnen hat.

Der Humorist, der überharte Kritiker, der sympathische Vater, der illoyale Politiker, der sensible Liebende: Es muss sich hierbei keineswegs um fünf verschiedene Menschen handeln. Wir können es durchaus mit einem einzigen zu tun haben, der die Facetten seiner Persönlichkeit ohne Scheu im Internet auslebt.

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