Vergewaltigung in der Sakristei
In Ballarat, 120 Kilometer nordwestlich von Melbourne, ist man stolz auf den rauen Charme der Goldgräberstadt. Wer im 19. Jahrhundert hierherkam, um in den Minen sein Glück zu machen, musste ein harter Kerl sein. Frauen gab es kaum, dafür jede Menge Gewalt und Alkohol. Heute hat Ballarat eine der höchsten Raten von Alkoholismus, Drogenkonsum und Suizid in Australien. Diese Statistik dürfte nicht nur mit dem Erbe der Nach-Nachfahren gescheiterter Glücksritter zu erklären sein. In der katholisch geprägten Kleinstadt haben Netzwerke von Priestern, Ordensleuten und Lehrern Kindern über Jahrzehnte sexuelle Gewalt angetan. Es gab sogar gezielt Anträge pädophiler Geistlicher auf Versetzung nach Ballarat. »Sie müssen gewusst haben, dass in Ballarat ein Ort war, an dem Menschen ungestraft Kinder missbrauchten«, sagte Andrew Collins, Sprecher einer Opfergruppe der Frankfurter Allgemeinen.
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