Revolution per Radio
Oft hilft ein kleiner Trick. Shallah Shaiq weiß, welche Worte bei traditionell orientierten Afghanen wirken: »Wirklich mächtige Männer haben glückliche und gebildete Frauen an ihrer Seite«, sagt die 38-jährige Radiomoderatorin dann ins Mikrofon. Oder sie berichtet über Frauen, die gesunde Kinder zur Welt bringen und erziehen, weil sie selbst lernen und sich bilden durften. Die nahrhaftes Essen zubereiten oder die Nachkommen im Lesen, Schreiben und Rechnen unterrichten. Eine Frau, die sich an der frischen Luft bewegen könne und nicht etwa durch Schläge verletzt werde, sei ihrem Mann eine dauerhafte Stütze. »In unseren Radiosendungen sprechen wir ausschließlich über Gesundheit, Kinder und Haushalt. Aber nebenbei ist eine kleine Revolution im Gange«, erzählt die Afghanin über ihren Frauensender Radio Nargis in der Stadt Dschalalabad. »Selbst in abgelegenen Gegenden, wo wir es nie erwartet hätten, schicken Väter ihre Töchter jetzt in die Schule.«
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