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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2019
Und die Demokratie lebt doch!
Schülerstreiks, Bienen-Volksbegehren, Frauenrechte
Der Inhalt:

Aufgefallen: Die Bienen-Königin

von Claudia Mende vom 08.03.2019
Agnes Becker ist das Gesicht einer politischen Wende in Bayern. Die ÖDP-Politikerin hat das Volksbegehren zur Artenvielfalt angestoßen

Agnes Becker ist keine, die sich in den Vordergrund drängt. Zwischen altgedienten Politik-Profis wirkt sie manchmal etwas unerfahren. Aber man sollte sich nicht täuschen. Mit Kompetenz und Hartnäckigkeit hat sie ihre politischen Anliegen vorangebracht. Und jetzt muss Ministerpräsident Markus Söder (CSU) auf ihre Vorschläge hören.

Die 38-Jährige hat das Volksbegehren »Rettet die Bienen« in Bayern zum Erfolg gebracht. Die Tierärztin weiß, dass sie jetzt viele Menschen in Bayern hinter sich hat. Das gibt ihr Selbstvertrauen. Als Vize-Chefin der kleinen Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) stand sie bisher kaum im Rampenlicht. Jetzt ist sie das Gesicht einer politischen Wende im Freistaat, die radikal ausfallen kann.

Dass sich so viele bei Schnee und Eis in die Schlangen vor den Rathäusern einreihen, damit hatte Becker nicht gerechnet. 18,4 Prozent der Wahlberechtigten in Bayern haben das Volksbegehren unterschrieben. Jetzt muss sich der Landtag mit dem Thema befassen. Lehnen die Abgeordneten den Entwurf zum Artenschutz ab, kommt es zum Volksentscheid.

Becker und ihre Mitstreiter von Grünen, dem Bund Naturschutz und dem Landesbund für Vogelschutz haben der CSU-Regierung eine neue Agenda diktiert. »Freiwilligkeit im Artenschutz ist gescheitert«, sagt sie in ihrem breiten Niederbayerisch. »Für unsere Kinder und Enkel brauchen wir gesetzliche Regelungen.« In die Gespräche mit der Landesregierung ging Becker mit gewachsenem Selbstbewusstsein; fest entschlossen hinter die Forderungen des Volksbegehrens nicht zurückzugehen.

Von sich selber sagt sie, sie sei »fröhlich, offen, großzügig und idealistisch bis in die Zehenspitzen«. Weil sie nach dem Abitur lange auf den Studienplatz Tiermedizin warten musste, machte sie zunächst eine Schreinerlehre. Als ihre Mutter an Krebs erkrankte, unterbrach sie das Studium, um sich um sie zu kümmern.

Gemeinsam mit ihrem Freund, einem Landwirt, bewirtschaftet Becker einen landwirtschaftlichen Betrieb in Wegscheid im Landkreis Passau. Sie scheut nicht davor zurück, sich mit der einflussreichen Bauernlobby anzulegen. Die fühlt sich unter Druck, weil Naturschutz Veränderung für die bisherige intensive Landwirtschaft bedeutet.

Agnes Becker verkörpert ein bod

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