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kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2018
Der Kampf um den Sand
Die Gier nach dem Rohstoff bedroht Mensch und Umwelt
Der Inhalt:

Kardamom und Sesampaste

Ehrenamtliche und Flüchtlinge kochen und essen gemeinsam in Ibbenbüren

Jutta Doeinck gerät ins Schwärmen, wenn sie an das Auberginenmus mit Sesampaste denkt. Gemeinsam mit Geflüchteten und anderen Ehrenamtlichen hat sie es kürzlich gekocht. Und dabei auch Kardamom und andere Gewürze kennengelernt, die ihr bis dahin fremd waren. Seit zweieinhalb Jahren engagiert sich die 34-jährige Marketingleiterin eines Softwareunternehmens für das Projekt Meet & Eat. Sie ist eine von sechs Ehrenamtlichen, die im westfälischen Ibbenbüren alle 14 Tage mit Flüchtlingen kochen. Das Konzept hat Jutta Doeinck selbst entwickelt: »Als ich vor zweieinhalb Jahren von Aachen nach Ibbenbüren zog, da wollte ich unbedingt ein neues Ehrenamt, und zwar eines, das mit Kochen zu tun hat.« Vorbild war ihr ein Projekt in Aachen, bei dem sie regelmäßig für Eltern schwerkranker Kinder gekocht hatte.

Der Sozialdienst katholischer Frauen stellte seine Küche zur Verfügung, über dessen Freiwilligenbörse und aus ihrem Freundeskreis fand sich das Team zusammen. An Meet-&-Eat-Abenden kochen zehn bis fünfzehn Flüchtlinge zusammen mit den deutschen Helfern und Helferinnen. Die Zutaten werden durch Spenden finanziert. »Am ersten Abend waren wir ganz schön aufgeregt«, erinnert sich die Initiatorin: »Wie wird die Stimmung sein? Wird ihnen das Essen schmecken? Aber wir lernten schnell: Egal, woher die Menschen kommen, ob aus Bangladesch, Somalia, Syrien oder Deutschland: Kochen und Essen funktionieren ganz ohne Sprache.« Zu Beginn wechselten die Teilnehmer häufig. Inzwischen sehen die Ehrenamtlichen an den Kochabenden viele bekannte Gesichter. »Einige sind längst so etwas wie Freunde, denen man auch privat hilft. Etwa bei Behördengängen oder Bewerbungsschreiben«, sagt Jutta