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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2017
Weisheit aus der Wüste
Das spirituelle Erbe der frühen Christen
Der Inhalt:

Kirchenspaltung jetzt beenden!

von Hans Küng vom 10.03.2017
Ein ökumenischer Weckruf

Es ist hocherfreulich, dass am 6. Februar der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, in Begleitung von Kardinal Marx, dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Papst Franziskus in Rom einen offiziellen Besuch zum Reformationsjubiläum abgestattet hat. Der Papst sprach von »einer bereits versöhnten Verschiedenheit«. Er schätze, wie er sagte, die geistlichen und theologischen Gaben, die wir von der Reformation empfangen haben, und er wolle sich mit all seinen Kräften »darum bemühen, die noch bestehenden Hindernisse zu überwinden«.

Schon im September 2016 haben Bischof Bedford-Strohm und Kardinal Marx das Gemeinsame Wort »Erinnerung heilen – Jesus Christus bezeugen« vorgestellt. Nach fünf Jahrhunderten der Abgrenzung und gegenseitigen Verwerfungen wollen die beiden großen Kirchen in Deutschland dieses Gedenken gemeinsam als »Christusfest« begehen. Am 11. März 2017 soll ein zentraler Buß- und Versöhnungsgottesdienst der Deutschen Bischofskonferenz und des Rates der EKD in Hildesheim als weiterer Kristallisationspunkt im Prozess der Erinnerung und der Heilung gefeiert werden.

Doch römische Absichtserklärungen und Vorschläge zur Buße und Versöhnung haben wir zu oft gehört. Wir ökumenisch engagierten Christen erwarten endlich Taten. Leider verschweigt das Gemeinsame Wort den Stillstand der Amtskirchen in entscheidenden Fragen und übergeht die praktizierte Ökumene, die in vielen evangelischen und katholischen Gemeinden und Gruppen schon lange gelebt wird. Für sie stellen die gegenseitige Anerkennung der Ämter und die eucharistische Gemeinschaft kein Problem mehr dar. Diesen Fortschritten hinken die Kirchenführer weit hinterher. Sie allein tragen die Verantwortung vor Gott und den Menschen, wenn sie mit der Beseitigung der »noch bestehenden Hindernisse« nicht Ernst machen.

Für das Jubiläumsjahr 2017 sollten die Verantwortlichen die teils schon seit Jahrzehnten vorliegenden Ergebnisse der ökumenischen Dialogkommissionen konsequent in die Tat umsetzen. Für die katholische Kirche drängen sich auf:

? Rehabilitation Martin Luthers,

? Aufhebung aller Exkommunikationen aus der Reformationszeit,

? Anerkennung der protestantischen

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