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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2017
Weisheit aus der Wüste
Das spirituelle Erbe der frühen Christen
Der Inhalt:

Buchbesprechungen

vom 10.03.2017

Martin Graff
Der lutherische Urknall
Morstadt. 222 Seiten. 24,80 €

Die Essays machen mit wichtigen politischen und religiösen Aspekten im heutigen Frankreich vertraut. Der Autor, ein Elsässer, schreibt mit leichter Hand, ironisch, oft treffend, wenn er etwa führende französische Politiker in ihrer nationalistischen Begrenztheit darstellt. Frankreich wird als hierarchisch strukturierte Gesellschaft beschrieben, ein Restbestand uralter katholischer Mentalitäten. Die zahlenmäßige Schwäche des lutherischen Glaubens in Frankreich wird vielfach bedauert. Denn Luthers Denken könne viel Energie freisetzen für den Aufbau der Demokratie. Doch auf heftige Polemik gegen den Reformator Jean Calvin, »ein Ayatollah«, will Graff, der als lutherischer Pastor gearbeitet hat, nicht verzichten. Der Autor spricht auch aktuelle Religionsprobleme im heutigen Frankreich an: die Zunahme der Evangelikalen oder das staatliche Bemühen, Muslime an die französischen Realitäten »anzupassen«. Auf den pluralistischen Katholizismus, bis vor Kurzem voller Esprit, jetzt vor dem (zahlenmäßigen wie theologischen) Verschwinden, geht er jedoch zu wenig ein. Christian Modehn

Stefan Knobloch
Überschreitungen
Grünewald. 156 Seiten. 14,99 €

Überschreitungen auf Gott hin mitten im realen Leben zu ermöglichen – das ist das Anliegen von Stefan Knobloch. Der Kapuziner und langjährige Professor für Pastoraltheologie zeigt an ausgewählten biblischen Texten, wie sie »den Rückbezug des Glaubens auf die narrativ gebotene Welt der Lebens- und Glaubenserfahrungen der Bibel« anregen können. Ein gutes Drittel des Buches ist der kritischen Diagnose der gegenwärtigen Zeit als »Brutstätte der Ungewissheiten« gewidmet. Dabei stützt sich Knobloch auf die Analysen des polnisch-britischen Soziologen Zygmunt Bauman. Durchgehend präsent ist auch Papst Franziskus, vor allem mit Zitaten aus seiner Enzyklika »Evangelii Gaudium«. Sie begleiten und bekräftigen alle Gedankengänge. Franziskus erscheint als Hoffnungsträger auf dem Weg zu einem offenen, prozesshaften Glaubensverständnis der Kirche, geradezu ein »Protagonist der Liebe und Solidarität«. Der eher akademisch hölzerne Stil, einige Redundanzen und eine insgesamt wenig geglückte Metaphernwahl erschweren den Zugang zu den anregenden I

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