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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2015
Kann Religion Frieden?
Was die Macht des Terrors bricht
Der Inhalt:

Sie träumen vom Frieden? Bauen Sie mit!

Der Dialog der Religionen ist nie zu Ende. Immer gibt es noch irgendwas zu tun! Kein Wunder, dass auch das Haus der Religionen in Bern nicht ganz fertig ist. Aber gelebt wird darin schon. In Berlin wird noch daran geplant

Die moderne rote Tram fährt ein wenig bergan. Häuser mit Läden an den hohen Fenstern stehen auf der einen Seite. Auf der anderen glitzert ein Glasbau am Europaplatz der Schweizer Hauptstadt Bern. Die Restaurantkette Subway und und der Billig-Anbieter Denner machen hier an der Fassade Reklame. Gleich nebenan thronen auf dem Dach bunte Gottheiten aus Holz. »Haus der Religionen«: Die großen Buchstaben versprechen Unerwartetes, ein bisschen Exotik.

Doch auf den ersten Blick ist davon wenig zu sehen. Hinter den Glastüren gibt es zunächst einen Speisesaal mit blauen und schwarzen Stühlen, hellen Tischen aus Kunststoff, nichts anderes als in Gewerkschafts- oder Kongresshäusern auch.

Der indisch aussehende Kellner mit den schwarzen Locken hat alle Hände voll zu tun. Er trägt eine schwarze Schürze, ein blau-weiß kariertes Hemd. Exotische Düfte steigen aus der offenen Küche. Zwei freundliche Damen am Nebentisch, die extra aus Zürich angereist sind, kichern verlegen. »Wir wollten hier mal ayurvedisch essen, bei uns in Zürich ist das Gericht unerschwinglich«, sagt die eine. »Hier wird nämlich nach der 5000 Jahre alten asiatischen Heilkunde gekocht.« Die andere kann’s nicht fassen, dass der Kellner gratis warmes Ingwer-Wasser ausgeschenkt! »Müssen wir nichts bezahlen?«, fragt sie ungläubig. Sie rückt ihre violette Strickmütze zurecht. »Das ist bei uns doch ganz unüblich.«

Im Dezember vergangenen Jahres wurde das »Haus der Religionen« eingeweiht. Es gilt als weltweit einmalig. Unüblich jedenfalls ist es in mancher Hinsicht. Nicht zuerst, aber irgendwie auch weil ganz normale Bürger wie die beiden Damen hier kommen und gehen: Das Haus