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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2015
Kann Religion Frieden?
Was die Macht des Terrors bricht
Der Inhalt:

Der Letzte Brief (Vorsicht Satire!): Sehr geehrte Damen und Herren!

Wie Sie vermutlich wissen – und anhand des beiliegenden Kaufvertrags überprüfen können –, habe ich bei Ihnen vor zwei Monaten ein selbstfahrendes Auto erstanden. Jetzt möchte ich es zurückgeben.

Ich hatte es gekauft, weil mir Ihre Angaben eingeleuchtet haben: Ich könne dadurch Sprit sparen und das Fahren würde sicherer und bequemer. Leider stimmt das nur bedingt. Denn tatsächlich hat Ihr Fahrzeug begonnen, sich in unzumutbarer Weise in mein Privatleben einzumischen.

Es begann damit, dass es sich schon nach drei Tagen weigerte, meine Kinder zur Schule zu bringen: Die Auswertung der physiologischen Daten hätte gezeigt, dass Julia und Max zu wenig Bewegung haben, sagte eine Computerstimme. Dann ging der Motor aus und sprang erst wieder an, als Julia und Max ausgestiegen waren.

In diesem Stil ging es weiter: Als mein Mann und ich zu einem italienischen Restaurant gefahren werden wollten, änderte das Auto plötzlich die Richtung und setzte uns bei einem Fitness-Center ab. Wir hätten unseren täglichen Kalorienbedarf schon übererfüllt, sagte die Computerstimme. Dass wir schrecklichen Hunger hatten, nahm sie überhaupt nicht zur Kenntnis! Stattdessen beharrte sie darauf, dass unsere Blutfettwerte zu hoch seien und der Blutdruck meines Mannes gefährlich gestiegen sei. Also wirklich – woher weiß mein Auto das? Und was hat es sich da einzumischen?

Auch mit der automatischen Einparkfunktion bin ich absolut nicht zufrieden. Wir waren bei Freunden eingeladen und schon ziemlich spät dran, als der Bordcomputer wieder anfing, herumzuzicken: Der Parkplatz, den das Auto benutzen sollte, war nämlich ein Behindertenparkplatz. Ja, gute Güte, haben Sie schon mal versuch