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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2015
Kann Religion Frieden?
Was die Macht des Terrors bricht
Der Inhalt:

Liebe Leserin, lieber Leser,

von Wolf Südbeck-Baur, Redaktor vom 13.03.2015

Kann Religion Frieden? Angesichts der Kriegsschauplätze in Nigeria, in Ägypten, in Syrien, in Libyen, in Palästina, im Irak und und und stehen nicht wenige von uns vor dieser einen Frage: Kann Religion Frieden? In vielen Fällen wird die Antwort lauten: Nein, Religion macht Krieg, weil Gott als strafender Vater seinen Segen dazu zu geben scheint. Solche Erklärungen bietet uns die von Männern dominierte Geschichte an, die Jahrhunderte rauf und runter. Also vergessen wir die Religion, die Religionen! Aber gemach, gemach. Wie unser Dossier in der Heftmitte zeigt, kann Religion sehr wohl Frieden, wird aber gleichsam vom heiligen Zorn gepackt, wenn die Verhältnisse und Beziehungen unter Menschen und Völkern von Ungerechtigkeit gezeichnet sind. Deutlich wird, dass Frieden im Grossen wie im Kleinen nur im Dialog gelingt. Dieser Gedanke zieht sich auch wie ein roter Faden durch das Streitgespräch zwischen der türkisch-kurdischen Fürsprecherin Seyran Ates, der muslimischen Religionspädagogin Lamya Kaddor und dem Friedensforscher Markus Weingardt (Dossier Seite 8). Mit dem Dossier, das eine Frucht der Zusammenarbeit mit unserer Partnerzeitschrift Publik-Forum ist, rollen wir den friedlichen, gewaltlosen Kräften der Religionen den roten Teppich aus.

Wie schwer es friedfertige Bemühungen im Blick auf die Integration Zugewanderter haben, macht eine erschreckende Zahl deutlich: 24 Prozent der Wohnbevölkerung in der Schweiz, fast ein Viertel, haben eine »systematisch fremdenfeindliche Haltung«. Dies brachte eine neue Studie der Eidgenössischen Fachstelle Rassismusbekämpfung kürzlich an den Tag. Als eine der Ursachen von Rassismus kritisiert denn auch der Wissenshistoriker Kijan Espahangizi die »gesellschaftliche Maschinerie der lebenslangen Fremdmachung« (Seite 5).

Fremd gefühlt haben müssen sich auch jene Frauen, die sich im 16. Jahrhundert in die theologische Männerwelt der Reformation vorwagten. Wie Frauen wie beispielsweise die Wahl-Genferin Marie Dentière die Reformation mitgestaltet haben, erfahren Sie ab Seite 42.

Bahnbrechend lebensfreundlich ist auch das Wirken der katholischen Theologin Regina Ammicht Quinn. Für ihre wegweisende Neudeklination der alten lehramtlichen Sexualethik wurde die Tübinger Theologin soeben mit dem Herbert-Haag-Preis für Freiheit in der Kirche ausgezeichne

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