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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2015
Kann Religion Frieden?
Was die Macht des Terrors bricht
Der Inhalt:

Gerichtsurteil: Sieg über Monsanto und Co.

Bauern dürfen Saatgut künftig selbst verkaufen – auch wenn es amtlich nicht zu gelassen ist. Das hat der Europäische Gerichtshof entschieden, gegen die Macht der Agrarkonzerne.

Das Urteil hat große Bedeutung für Verbraucher, Landwirte und die Agrarindustrie. Denn künftig dürfen Bauern ihre alten Gemüse- oder Getreidesorten auch dann anbauen, wenn industrielle Saatguthersteller sie nicht mehr anbieten. Was das bedeutet, zeigt der Fall der Kartoffelsorte Linda. Diese wurde vom Hersteller aus dem Saatgutregister genommen, weil die Firma verhindern wollte, dass die Landwirte die Sorte nutzen, ohne Lizenzgebühren zu bezahlen. Bauern und Verbraucher beschwerten sich über das Verschwinden der beliebten Sorte. Mit dem Urteil des Europäischen Gerichtshofes kann jeder Bauer die gewünschte Sorte anbauen und vertreiben.

»Das Urteil ist ein fast unglaublicher Sieg für die Landwirte, die Artenvielfalt und den Verbraucher«, sagte Friedrich-Wilhelm Graefe zu Baringdorf. Er ist Chef der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft und ehemaliger Abgeordneter des Europäischen Parlaments. Nach der Saatgutrichtlinie der Europäischen Union müssten im Normalfall alle Sorten, die in den Handel kommen, in einem teuren Verfahren zugelassen und in einem amtlichen Register eingetragen werden. Das können sich meist nur große Unternehmen wie die Marktführer Monsanto, Bayer und Syngenta leisten. Sie kontrollieren 67 Prozent des weltweiten Saatguts. Bäuerliche Saatgut-Netzwerke erfüllen diese Voraussetzungen für die Zulassung ihrer alten Sorten nicht. Doch der Verkauf dieser Sorten wer