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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2015
Kann Religion Frieden?
Was die Macht des Terrors bricht
Der Inhalt:

Der brutale Krieg in Vietnam

Uwe Siemon-Netto
Duc, der Deutsche
Brunnen. 316 Seiten. 15,99 €

Rund vierzig Jahre nach der Niederlage der USA im Vietnamkrieg wirft der deutsche Journalist Uwe Siemon-Netto, damals als Kriegsreporter für den Axel Springer Verlag dabei, einen Blick zurück. Er zeigt die Brutalität des Krieges. So begleitet er US-Soldaten in ein Dorf, in dem der Bürgermeister, seine Frau und die zwölf Kinder nach furchtbaren Misshandlungen vom Vietcong erhängt worden waren. Er rückt mit Soldaten nach Hué vor, wo Hunderte Leichen die Straßen bedecken, »die meisten waren Frauen und Kinder, alle festlich gekleidet für das vietnamesische Mondneujahrsfest«. Siemon-Netto erzählt von Menschen, etwa von Monsieur Nguyen von der Hauptpost in Saigon, der dringend ein Medikament braucht. Der Reporter besorgt es ihm aus Deutschland – und hat fortan keine Probleme mehr mit der Übermittlung seiner Texte. Oder von einem Kind namens Duc. So lautet sein eigener Spitzname – es ist das vietnamesische Wort für Deutscher –, so heißt aber auch der Anführer einer Schar obdachloser Kinder. Ihnen überlässt der Reporter für die Nächte seinen alten Citroën. Neun Kinder schlafen nun dort, die beste Diebstahlsicherung. An einem mangelt es dem Buch: an Ausgewogenheit. Die Untaten der Kommunisten werden ausführlich beschrieben. Doch Siemon-Netto, der später Theologie studierte und in den USA Seelsorger für Vietnam-Veteranen wurde, hat nahezu keinen Blick für die Grausamkeiten der Amerikaner; er möchte sie im Gegenteil rehabilitieren. »Mein Vietnam. Warum die Falschen siegten« heißt der Untertitel. Es ist kein objektiv