Weltuntergang verstehen
Essay-Sammlung. »Wohin wir uns auch wenden, geht die Welt unter«, bemerkt boshaft der Autor – und versorgt den Leser, für den Fall der Fälle, schon mal mit nützlichen Redewendungen auf Aramäisch. Man kann ja nie wissen; und wenn der Messias tatsächlich kommt, will man wenigstens für eine erste Konversation gerüstet sein. Woher rührt die Faszination der Apokalypse? Auf 156 Seiten – die sinnigerweise rückwärts nummeriert sind – spannt Florian Werner einen weiten Bogen durch die Kulturgeschichte: Von der biblischen Überlieferung bis hin zur Popkultur spürt der belesene Autor der Lust am Weltuntergang nach. Seine geistreichen Kurzessays sind ebenso unterhaltsam wie bildend: Werner unternimmt Ausflüge in die Zahlenmystik, listet auf, welche Tiere am häufigsten in apokalyptischen Schilderungen vorkommen, und erklärt, welche Zeichen das unmittelbar bevorstehende Ende ankündigen. Extra dickes Papier und ein kompakter Pappeinband machen den Band auch zum haptischen Genuss, und Nikolaus Heidelbach hat das Buch angemessen düster illustriert. Ein funkelndes Vergnügen – nicht nur für Kulturpessimisten.
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