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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2013
Wohin denn noch?
Abschied vom Wachstumswahn
Der Inhalt:

Zwei Kirchen im Spätwinter

Vor der Papstwahl: Die deutschen Bischöfe reagieren bei ihrem Treffen in Trier kaum auf die Vertrauenskrise. Die Basis bebt

Es ist ein wolkenloser, dunkler Abend am Trierer Petrisberg – so eiskalt, dass der Kugelschreiber dem Reporter den Dienst verweigert. Gut drei Dutzend Leute versammeln sich an der Sankt Agritiuskirche. Sie hüpfen von einem Bein aufs andere, damit die Füße nicht festfrieren. Zahlreiche junge Leute sind unter den Menschen, die sich zu einem Zug formieren. Sie gehen still den alten Stationenweg hoch auf den Berg, als kritischer Gottesdienst, als »Kreuzweg für die Opfer sexueller Gewalt in der Kirche«.

»Wir nehmen in bester alter Tradition das Leid und die Leidenden mit hinein in den Leidensweg Jesu Christi«, sagt im kalten Licht einer LED-Taschenlampe Jutta Lehnert. Die Theologin aus Koblenz ist geistliche Begleiterin der Katholischen Studierenden Jugend (KSJ) im Bistum Trier. Dann spielt der Saarbrücker Musiker Sergio Barro ernste Weisen auf seinem Saxofon. Wie an jeder der vierzehn Leidensstationen. Die Bilder früher missbrauchter Kinder werden gezeigt, von Betroffenen. Auf den »Tatbestand« jeder Kreuzwegstation folgen Fürbitten. Betroffene sexueller Gewalt ergreifen das Wort. Tief ernst und sehr politisch-fromm ist dieser nächtliche Kreuzweg, den MissBiT, die »Selbstorganisation von Missbrauchsopfern im Bistum Trier«, gestaltet. Der Gang beschließt das viertägige Programm des »Bündnisses für die Aufklärung sexueller Gewalt in der Kirche« anlässlich der Versammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Trier.

bischöfe unter polizeischutz

Nur wenige Hundert Meter entfernt tagen in einem abgeschotteten Konferenzzentrum die Oberhirten. Der Osnabrücker Bischof Franz