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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2013
Wohin denn noch?
Abschied vom Wachstumswahn
Der Inhalt:

»Nicht ohne eine Weihe«

Kardinal Kasper erwägt die Einführung eines Sonder-Diakonats für Frauen. Ein guter Vorschlag? Fragen an Irmentraud Kobusch

? Frau Kobusch, bei der Bischofskonferenz in Trier hat Kurienkardinal Walter Kasper das »Diakonat der Frau« auf die Tagesordnung gebracht. Hat Sie das überrascht?

! Angenehm überrascht. Denn im Vorfeld der Bischofskonferenz gab es Anzeichen, dass dort nur die kirchenrechtlich unproblematischen Möglichkeiten für Frauen diskutiert werden sollten, nicht das Diakonat. Dass es nun doch von dem renommierten Kardinal Kasper angesprochen wurde, gibt unserem Anliegen Vorschub.

? Das »Netzwerk Diakonat der Frau« setzt sich seit 1997 für die Weihe von Diakoninnen in der katholischen Kirche ein – bislang ohne Erfolg. Nun hat Kasper das Amt einer »Gemeindediakonin« vorgeschlagen. Diese soll aber nicht wie ein männlicher Diakon geweiht, sondern nur durch Segnung bestellt werden. Was halten Sie von dem Vorschlag?

! Wir begrüßen, dass Kasper mit diesem Vorschlag noch einmal die Diskussion über das Frauendiakonat eröffnet hat. Aber es ist nicht das, wofür wir uns seit 15 Jahren einsetzen. Wir gehen nach wie vor davon aus, dass Frauen ebenso wie Männer die Diakonatsweihe erhalten können und dass es dafür überzeugende theologische Argumente gibt. Wir sehen keine Notwendigkeit, so zu differenzieren, den Männern die Weihe zu spenden und den Frauen nicht. Damit wird die alte Diskriminierung der Frauen in der katholischen Kirche fortgeschrieben.

? Kardinal Kasper beruft sich auf Papst Johannes Paul II. und eine Theologenkommission im Jahre 2003. Beide hätten festgestellt, dass die Kirche nach dem Vorbild Jesu Christi keinerlei Vollmacht habe, Frauen zu weihen.