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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2013
Wohin denn noch?
Abschied vom Wachstumswahn
Der Inhalt:

»Nicht ohne eine Weihe«

von Eva-Maria Lerch vom 08.03.2013
Kardinal Kasper erwägt die Einführung eines Sonder-Diakonats für Frauen. Ein guter Vorschlag? Fragen an Irmentraud Kobusch

? Frau Kobusch, bei der Bischofskonferenz in Trier hat Kurienkardinal Walter Kasper das »Diakonat der Frau« auf die Tagesordnung gebracht. Hat Sie das überrascht?

! Angenehm überrascht. Denn im Vorfeld der Bischofskonferenz gab es Anzeichen, dass dort nur die kirchenrechtlich unproblematischen Möglichkeiten für Frauen diskutiert werden sollten, nicht das Diakonat. Dass es nun doch von dem renommierten Kardinal Kasper angesprochen wurde, gibt unserem Anliegen Vorschub.

? Das »Netzwerk Diakonat der Frau« setzt sich seit 1997 für die Weihe von Diakoninnen in der katholischen Kirche ein – bislang ohne Erfolg. Nun hat Kasper das Amt einer »Gemeindediakonin« vorgeschlagen. Diese soll aber nicht wie ein männlicher Diakon geweiht, sondern nur durch Segnung bestellt werden. Was halten Sie von dem Vorschlag?

! Wir begrüßen, dass Kasper mit diesem Vorschlag noch einmal die Diskussion über das Frauendiakonat eröffnet hat. Aber es ist nicht das, wofür wir uns seit 15 Jahren einsetzen. Wir gehen nach wie vor davon aus, dass Frauen ebenso wie Männer die Diakonatsweihe erhalten können und dass es dafür überzeugende theologische Argumente gibt. Wir sehen keine Notwendigkeit, so zu differenzieren, den Männern die Weihe zu spenden und den Frauen nicht. Damit wird die alte Diskriminierung der Frauen in der katholischen Kirche fortgeschrieben.

? Kardinal Kasper beruft sich auf Papst Johannes Paul II. und eine Theologenkommission im Jahre 2003. Beide hätten festgestellt, dass die Kirche nach dem Vorbild Jesu Christi keinerlei Vollmacht habe, Frauen zu weihen.

! Kasper argumentiert vor allem historisch. Es gibt aber in der Geschichte der Kirche, vor allem in der Ostkirche, eindeutige Zeugnisse, die belegen, dass Frauen nach demselben Weiheformular zu Diakoninnen geweiht wurden wie Männer. Der emeritierte Dogmatikprofessor Peter Hünermann hat das noch vor Kurzem in einer wissenschaftlichen Arbeit nachgewiesen.

? Das Netzwerk Diakonat der Frau hat bereits 23 Frauen in dreijährigen Kursen im Kloster Waldbreitbach zu Diakoninnen ausgebildet. Werden diese Absolventinnen sich nun um die Entsendung als »Gemeindediakonin« bewerben?

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