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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2013
Wohin denn noch?
Abschied vom Wachstumswahn
Der Inhalt:

»Ich schätze die Freiheit«

Sie ist Nonne, Sozialarbeiterin und Führungskraft. Deshalb kreuzt sie die Klinge mit Rom. Fragen an die US-Amerikanerin Pat Farrell

Schwester Pat Farrell, vor wenigen Tagen hat Benedikt XVI. sein Amt niedergelegt. Ein Schritt, den über 700 Jahre lang kein Papst wagte. Was war Ihre erste Reaktion, als Sie von seinem Rücktritt erfuhren?

Pat Farrell: Mein erster Gedanke war, dass sein Entscheid weise und mutig ist. Ja, es ist geradezu dreist, mit einer jahrhundertealten Tradition der Kirche zu brechen. Ich habe seinen Willen bewundert, öffentlich kundzutun, dass er die Kraft und Energie nicht mehr habe, das Petrusamt auszufüllen. Seine Entscheidung ist ein wunderbares Modell des Loslassens, in einer aufrichtigen und würdigen Weise. Das öffnet nun Tür und Tor für viele Veränderungen in Rom. Das weltweite Medieninteresse für den Vatikan stellt Fragen und Themen der Kirche in den öffentlichen Raum, die sie aufgreifen muss. Sie werden ein Teil jenes Kontextes sein, in den der nächste Papst gewählt werden wird.

Sie gehören zur Schwesterngemeinschaft »St. Francis of the Holy Family« in Dubuque, Iowa. Wie sind Sie Nonne geworden?

Farrell: Ich trat der Schwesterngemeinschaft mit 18 Jahren bei. Ich war angezogen von der Ausstrahlung der Schwestern, die ich kannte. Und ich war motiviert durch eine spirituelle Sehnsucht, Gott kennenzulernen und das Evangelium auf internationale Art zu leben. Es war das Jahr 1965, und das Zweite Vatikanische Konzil kam just dann zum Abschluss. Das war eine sehr spannende und hoffnungsvolle Zeit in der Kirche, und die Ausbildung, die ich damals erhielt, konzentrierte sich auf die Lehre des Konzils und auf den Geist der Erneuerung. Seither habe ich das religiöse Leben in erster Linie als eine lebenslange Verpflichtung zur My