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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2013
Wohin denn noch?
Abschied vom Wachstumswahn
Der Inhalt:

Die Muttermaschine

von Brigitte Neumann vom 08.03.2013
Die italienische Malerin und Videokünstlerin Paola Gandolfi konzentriert sich fast ausschließlich auf die weiblichste und zugleich mächtigste unter allen Frauenfiguren

Dort, wo in der Antike Gladiatoren gegen Löwen kämpften, pulsiert jetzt das Geschlecht einer Gigantin. In grellem Rosa füllt es die Arena des Kolosseums aus, pocht, bebt und lebt. Solche Sachen macht Paola Gandolfi. Und lässt dabei offen, ob die rosa Vulva in Gefangenschaft geraten ist oder ob sie den Laden übernommen hat. Die nächste Sequenz des Kurzfilms zeigt, wie eine junge, ein wenig wölfisch wirkende Frau aus dem Bauch der Stadt Rom kriecht. Ihre Beine lösen sich vom Körper, dann die Brüste, der Bauch, die Arme. Sie segeln über den Stadtplan und landen als leichenhaft weiße Amputationen auf einigen Wahrzeichen der ewigen Stadt.

Paola Gandolfis Video-Animation »Macchina Madre«, zu Deutsch: »Muttermaschine«, läuft auf einer Kunstschau in Rom. Ein extrem bunter Trickfilm, der aus symbolträcht