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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2013
Wohin denn noch?
Abschied vom Wachstumswahn
Der Inhalt:

Benedikt, verzückt entrückt

Der Alt-Papst will entweltlicht leben. Ganz nach Programm

Seit dem 28. Februar, 20 Uhr, ist er »Papst a. D.«: Benedikt XVI. verließ den Vatikan am späten Nachmittag dieses Tages, weiß gekleidet, in einem weißen Hubschrauber und entschwebte in einen weiß-blauen Himmel. Am 24. Februar hatte er gesagt: »Der Herr ruft mich, auf den Berg zu steigen, um mich noch mehr dem Gebet und der Meditation zu widmen.«

Als Seine Heiligkeit im Hubschrauber über Castel Gandolfo wieder auftauchte, atmete man förmlich auf. Gott sei Dank, doch keine Himmelfahrt! Der Berg, auf den der Herr gerufen hat, ist zunächst ein ganz irdischer: Vom Sommersitz der Päpste aus lässt sich wunderbar erhöht in die Ebene blicken. Ein guter Ort für einen Säulenheiligen, von der Last des Papstamts befreit.

Naiv, wer glaubt, die Strategen des Vatikans hätten den Abschied von Benedikt nicht absichtsvoll in die Nähe einer großen biblischen Figur gerückt. Der letzte Arbeitstag, die letzten Worte, der letzte Blick auf den Entrückenden: Alles war inszeniert wie im ersten Kapitel der Apostelgeschichte. Dort hat auch Jesus einen letzten Arbeitstag. Er gibt seinen Jüngern letzte Anweisungen; dann entschwindet er an einen Ort, der nicht den Tod, sondern neues Leben bedeutet. Zwei Männer in weißen Gewändern trösten die traurigen Freunde: »Jesus wird ebenso wiederkommen, wie ihr ihn habt zum Himmel hingehen sehen.«

Dürfen wir also auch mit einer Rückkehr Benedikts rechnen? Er selbst hat sie ausgeschlossen und angekündigt, er werde fortan sehr zurückgezogen leben. Doch gerade deshalb wird man von ihm reden. So war es auch bei Jesus, so ist es bis heute geblieben.

Denn wer weg ist und doch nicht tot, geht niemals so ganz. Im Zwischendasein entrückter Le