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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2011
Kein Gott, nirgends?
Stephen Hawkings Theo-Physik
Der Inhalt:

»Wehe den Hirten!«Anstand hat seinen PreisGenug von alten MännernFragwürdige LeitkulturMagisches WeltbildVerlierer auf allen SeitenSynode für die QuoteImmer nur MännerVerwässerte Themen

von Köln vom 29.04.2011
Zu den Artikeln zum Theologen-Memorandum und zu »Kirchenaufbruch jetzt« (2/11, 3/11, 4/11)Zu: »Anständig essen« (3/11)Zu: »Am Ende des Tunnels« (3/11)Zu: »Die Not der verfolgten Christen« (2/11)Zu: »Der Mord an den Albinos« (3/11)Zu: »Wenig Kredit für die Armen« (3/11)Zu: »Das notwendige Übel« (3/11)Zu: »Respekt« (3/11)Zu: Publik-Forum allgemein

Soeben habe ich »Kirchenaufbruch jetzt« unterschrieben. Ich denke dabei auch daran, was in Ägypten und Tunesien möglich geworden ist, wenn Hunderttausende Menschen zusammenstehen! Die Kirche hat seit Jahrhunderten Millionen Menschen zu unselbstständigen Schafen gemacht. Dies muss aufhören und die Macht der Kirchenfürsten einschließlich des Papstes gebrochen werden! Wir müssen aufwachen und immer mehr Druck von unten erzeugen, dann schaffen wir das! Es kann uns nichts passieren, außer dass wieder der wahre Geist der Religion zum Vorschein kommt.

Wenn die Kirche nicht mehr funktioniert, dann deshalb, weil es an glaubwürdiger Authentizität in den christlichen Kirchen mangelt. Im Buch Ezechiel steht die ganze Kirchenmisere schon prophetisch beschrieben: »Weh den Hirten Israels, die nur sich selbst weiden. Müssen die Hirten nicht die Herde weiden? Ihr trinkt die Milch, nehmt die Wolle für eure Kleidung und schlachtet die fetten Tiere; aber die Herde führt ihr nicht auf die Weide.« Vielleicht sollten alle, die sich um unsere Kirche sorgen, sich mehr auf Gottes Wort konzentrieren als auf der Menschen Wort und auch darauf vertrauen!

Die Bischöfe haben mit Pathos den Dialog angekündigt. Das Ergebnis der Runde hat in allen wichtigen Fragen das magisterium ordinatium bereits endgültig festgelegt. Das gilt für Zölibat, Frauenordination, Mitbestimmung, verantwortete Elternschaft. Es bleibt alles, wie es ist. Die Diskussion wird vielleicht das Problembewusstsein schärfen, vor allem aber die Frustration erhöhen. Diese Kirche kennt keine ergebnisoffene Diskussion.

Könnte man die aktuelle Diskussion um den Zölibat nicht sachlicher führen? Zwar ist diese religiös begründete Lebensform schon seit Jahrtausenden in mehreren Kulturen anzutreffen, aber der Vergleich mit einem Modeartikel ist für Erscheinungen der Geisteswelt allzu billig. Was ich in den Medien vermisse, ist ein gleichwertiges Pro und Kontra zu diesem Thema. Stattdessen erfahre ich ständig negative Meinungen, die mir die Bildung einer sachlich begründeten eigenen Meinung eher verwehren. Ich bin nicht bereit, mich gedankenlos zur öffentlichen Meinung bekehren zu lassen. Also gehe ich erst mal davon aus, dass die katholische Kirche mit dem Zölibat einen religiösen Sinn verbindet, der über kirchenpolitische Belange hinausweist. Könnte Ihre Zeitung nicht einmal einen

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