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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2011
Kein Gott, nirgends?
Stephen Hawkings Theo-Physik
Der Inhalt:

Grüne Blaupause

von Claudia Mende vom 29.04.2011
München will seinen Strombedarf bis 2025 vollständig aus erneuerbaren Energien decken – mit Erlösen aus der Atomkraft

München verfolgt ehrgeizige klimapolitische Ziele. Als erste Millionenstadt überhaupt will die bayerische Landeshauptstadt ihren Bedarf an Strom bis 2025 vollständig aus erneuerbaren Energien decken. Zurzeit bezieht die Stadt ihren Strom noch aus einem Mix von Erdgas, Wasserkraft, Windkraft – und Atomkraft. Um die regenerativen Energien zu fördern, investieren die Stadtwerke in München und Umgebung in Wasserkraft, Biomasse, Geothermie, Fotovoltaik und Windkraft. Für diese »Ausbauoffensive Erneuerbare Energien« hat der Stadtrat bis 2025 ein Investitionsvolumen von insgesamt rund neun Milliarden Euro zur Verfügung gestellt.

Dabei hat die Stadt allerdings ein Problem: Mit lokalen und regionalen Anlagen allein können die rund 7,5 Milliarden Kilowatt Strom pro Jahr für eine moderne Großstadt mit rund 1,4 Millionen Einwohnern nicht vollständig gedeckt werden. Deshalb wollen die Stadtwerke den regenerativen Strom zwar mit eigenen Anlagen produzieren, die jedoch auch an der Nordsee oder sogar in Spanien stehen.

Ziel ist es, die Strommenge, die München rein rechnerisch ins europäische Stromnetz einspeist, grün zu erzielen. Wenn das europäische Stromnetz einem großen See gleicht, dann wird eben dank München ein größerer Teil dieses Stromsees in Zukunft ökologisch sein. Deshalb beteiligen sich die Stadtwerke an Großprojekten wie dem Solarpark Andasol 3 in Spanien, dem Windpark Dan Tysk in der Nordsee vor der Insel Sylt sowie an einem Offshore-Windpark in Großbritannien. Der Strom aus diesen Großanlagen soll dort verbraucht werden, wo er hergestellt wird. Auf diese Weise will man Verluste durch den Transport über große Strecken vermeiden.

Wenn der Windpark Dan Tysk mit seinen achtzig Offshore-Windturbinen 2014 ans Netz geht, soll eine wichtige Zwischenetappe bereits erreicht sein, nämlich Ökostrom für alle 800 000 Münchner Haushalte sowie die U-Bahnen und Trams der Münchner Verkehrsgesellschaft.

Für ihre klimapolitische Weichenstellung hat München schon jetzt den Europäischen Solarpreis 2010 erhalten. Die von dem kürzlich verstorbenen Solar-Pionier Hermann Scheer gegründete Organisation Eurosolar verleiht diesen Preis jedes Jahr. Als »wegweisend« bezeichnet auch Frank Merten vom Wuppertaler Institut für Klima, Umwelt und

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