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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 4/2019
Sie herrschen mit Gott
Wie es zu sexualisierter und spiritueller Gewalt in der Kirche kommt
Der Inhalt:

Vereint für Frieden

von Johannes Zang vom 22.02.2019
Ehemalige israelische Soldaten und frühere palästinensische Kämpfer treffen sich

Mehr als hundert Initiativen haben sich in Israel und Palästina dem Dialog, der Friedensarbeit und der Versöhnung verschrieben. Seit 2006 zählen auch Ex-Kämpfer beider Seiten dazu: Sie dienten als Soldaten in Israels Armee oder kämpften als Palästinenser mit Waffen gegen die israelische Besatzung. Ein palästinensischer Kämpfer, der deshalb zehn Jahre in Israel in Haft saß, und ein israelischer Ex-Soldat gründeten vor 13 Jahren die Combatants for Peace (CfP). Beide Männer waren überzeugt, dass die Gewalt nur endet, wenn die Verfeindeten zusammenarbeiten. In sieben Regionalgruppen treffen sich heute die »Streiter für den Frieden«, zudem gibt es eine Theater- und eine Frauengruppe. »Sie wächst stark«, sagt Raphael Nabholz. Der Deutsche ist das Bindeglied zwischen beiden Seiten, da er mit seinem deutschen Pass überall hin kann, in Israel und im besetzten West-Jordanland. Das können Israelis und Palästinenser nicht.

Nabholz, der Friedensforschung studierte, ist Fachkraft im Zivilen Friedensdienst der katholischen Organisation AGEH und berät die CfP bei der – wie er es nennt – »Augen-Öffnungs-Arbeit«.

Viele Menschen erreichen die Friedenskämpfer im Frühjahr. Da gedenkt der Staat Israel gefallener Soldaten und Opfer des Konflikts. In einer alternativen Zeremonie gedenkt CfP (www.cfpeace.org) aller Opfer beider Seiten. Allein seit Beginn der ersten Intifada Ende 1987 starben mindestens 1667 israelische Zivilisten und Soldaten sowie 11 052 Palästinenser.

Als sie das erste Mal zu dieser Trauerfeier der anderen Art einluden, kamen etwa hundert Menschen. Mittlerweile nehmen Tausende daran teil im Basketball-Stadion in Tel Aviv, trotz Beschimpfungen. »Verräter« oder »Geht zurück nach Auschwitz!«, riefen rechte Demonstranten denen zu, die das Stadion betraten, spuckten aus und warfen mit Urinbeuteln. – Die Friedenskämpfer organisieren friedliche Proteste oder bauen zerstörte palästinensische Spielplätze auf. Kürzlich errichtete die Organisation ein Zelt für eine zwölfköpfige Palästinenserfamilie im Jordantal, die durch den Zwang der Besatzungsmacht ihr Haus verloren hatte. Vortragsreisen ins Ausland sowie der Film Disturbing the Peace sollen helfen, über Israels Besatzungspolitik aufzuklären. Alle Aktionen werden gemeinsam, von Israelis und Palästinensern durchgeführt, alle Treffen stets von einem Israeli und einem Palästinenser geleitet.

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