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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 4/2019
Sie herrschen mit Gott
Wie es zu sexualisierter und spiritueller Gewalt in der Kirche kommt
Der Inhalt:

Leserbriefe

Toxischer Reichtum

Zu: »Regt! Euch! Ab!« (2/19, Seite 42-45)

Gut, dass Josefine Janert am Ende einen wesentlichen Grund für die Aufgebrachtheit in unserer Gesellschaft nennt: die soziale Ungerechtigkeit. Am Holocaust-Tag, dem 27. Januar, wird in Berlin seit Jahren zu einer Lichterkette zwischen dem ehemaligen jüdischen Waisenhaus und der Pankower Kirche eingeladen. Der Bezirksbürgermeister Sören Benn sprach hierbei von dem »toxischen Reichtum«, der unser gesellschaftliches Leben vergifte. Dieses Gift führt »bei denen da oben« in Gesellschaft und auch Kirche zu abgehobenen Entscheidungen – und bei uns »da unten« zu ohnmächtigen Reaktionen. Josef Göbel, Berlin

Leider erst am Ende bringen Sie das Wichtigste: »Die Politik müsste soziale Ungerechtigkeiten sichtbar und wirkungsvoll angehen.« Ja! Aber auch andere Institutionen, vor allem die Medien, müssten dies tun. Stattdessen werden gesellschaftliche Widersprüche zu individuellen Konflikten umgedeutet. Die tagtäglichen Lügen der Politiker, der Verwalter und der Medien werden als »alternativlose« Gegebenheiten präsentiert. Soll das der »zivilisierende Diskussionsfilter« sein? Den Individuen verschreiben Sie einen »Achtsamkeitsbutton«. Damit sollen diese ihre Gereiztheit managen. Es bleibt aber das Gefühl der Ohnmacht zurück. Uns empört Ihre biologistische Erklärung, wir seien »für das enge anonyme Zusammenleben nicht geschaffen«. Sie machen die Evolution verantwortlich für die sich rapide verbreitende soziale Ungerechtigkeit. Maura Lucci und Udo Maas, Weinheim

FälltIhnen auf, dass die Digitalisierung zu einer massiven Arbeitsbelastung für jeden Bürger führt? Früher fuhr man in ein Geschäft, wurde dort bedient und hatte danach bestenfalls das, was man sich zuvor gewünscht hatte. Früher ging man zur Bank, wurde dort bedient und hatte danach Geld von seinem Konto abgehoben. Früher kam der Versicherungsvertreter, man ließ sich beraten und hatte danach eine Versicherung gegen Einbruch. Alle diese Angestellten behandelten die Kunden freundlich und hilfsbereit. Sie wollten ja etwas von den Kunden, nämlich ihre Ware verkaufen. Heute wird an keiner dieser Stellen mehr bedient. Man muss als Kunde aufpassen, nichts zu vergessen, man m

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