Zur mobilen Webseite zurückkehren
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 4/2019
Sie herrschen mit Gott
Wie es zu sexualisierter und spiritueller Gewalt in der Kirche kommt
Der Inhalt:

Buchbesprechungen

Rino Fisichella
Der erste moderne Papst
Herder. 158 Seiten. 16 €

Der spöttische Beiname »Pillen-Paul« haftet Papst Paul VI. (1963 bis 1978) bis heute an. Es ist ein von der Öffentlichkeit verkannter Papst. So sieht es Rino Fisichella. Der Theologe und Präsident des vatikanischen Rates zur Förderung der Neuevangelisierung verteidigt den Montini-Papst in seiner Zusammenfassung des Selig- und Heiligsprechungsprozesses, für den er selbst zuständig war. Er will zeigen, »wie der Papst wirklich war«: modern, aufgeschlossen, hochspirituell, voller Barmherzigkeit, kein Zauderer, sondern »besonnen«, aber auch einsam, leidend. Fisichella konfrontiert den Leser mit einer traditionellen, sehr römischen Sicht des Glaubens. Modernität heißt hier: Verteidigung der Wahrheit des katholischen Glaubens und der Kirche gegenüber einer Welt, die man zwar lieben soll, die aber letztlich heillos ist. Das Problem Pauls VI.: Er wurde von Konservativen ebenso angegriffen wie von Progressiven, obwohl und weil er die traditionelle Lehre der Kirche entschieden verteidigte. In Erinnerung blieb sein Verbot künstlicher Methoden der Geburtenregelung im Lehrschreiben »Humanae vitae«. Hartmut Meesmann

Ernst Müller
Der Wanderphilosoph
Tredition. 110 Seiten. 18,99 €

Der Digitalisierung verdanken wir die Demokratisierung des Schreibens. So kann Ernst Müller ein Buch im Selbstverlag veröffentlichen und uns die Geschichte vom Wanderphilosophen erzählen. Der kreuzt eines Tages in einer ländlichen, scheinbar intakten Gegend auf, führt ein beschauliches Leben und teilt seine Gedanken mit freundlichen Nachbarn. Es ist die Erzählung vom guten Leben in der Natur, von der universellen Sprache der Musik, vom Wasser, das man dankbar trinkt, und von unseren Schwestern und Brüdern, den Bäumen. Am Ende der Geschichte erfahren wir, dass der Wanderphilosoph diese Insel der Glückseligkeit gefunden hat, weil er ein Aussteiger ist, der an der hektischen Welt krank geworden war und in der Natur gesundet ist. Der Autor überzeichnet das Leben in der heilen Welt mit immer zugewandten Menschen. Dies wirkt naiv, macht aber auch deutlich, was wir verloren haben. Christine Weber-Herfort

Wählen Sie Ihren Zugang und lesen Sie direkt weiter.

Digital-Zugang
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Digital-Zugang für "Publik-Forum"-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen