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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 4/2018
Gott und die Frauen
Das Erbe der Feministischen Theologie
Der Inhalt:

»Wir übernehmen Verantwortung«

Interview mit Christian Bernzen, der die katholischen Schulen von Hamburg genossenschaftlich weiterführen will

Publik-Forum: Herr Bernzen, Sie wollen eine Schulgenossenschaft gründen, um alle 21 katholischen Schulen in Hamburg zu erhalten. Schaffen Sie wie angestrebt die nötigen 10 000 finanziellen Unterstützer?

Christian Bernzen: Das ist unsere realistische Hoffnung. Wenn Schüler, Eltern und alle, die an diesen Schulen lehren, aktiv werden, wird dies erreicht. Es geht darum, dass diejenigen, die wirklich diese Schulen wollen, zusammenstehen und sagen: Wir wollen sie auch gemeinsam steuern.

Das partizipative Element ist sympathisch. Aber besteht nicht die Gefahr, dass Eltern denken: Ich habe eingezahlt, jetzt will ich auch, dass mein Kind gute Noten bekommt?

Bernzen: Wir wären niemals bereit, ein System so zu organisieren, dass sich reiche Leute ihre Schule kaufen können. Daher schlagen wir eine Genossenschaft vor. Denn da haben alle – ein engagierter Zweitklässler, eine Abiturientin, eine Lehrerin und ein Vater – gleiches Stimmrecht.

Das wäre eine Demokratisierung des katholischen Schulwesens.

Bernzen: Ganz unbedingt. »Offen, demokratisch, genossenschaftlich« – das ist unser Motto. Und wir wollen, dass dieses Projekt in der Kirche Gewicht bekommt.

Wie hat die Kirchenleitung reagiert?

Bernzen: Ich nehme ein engagiertes Interesse wahr, das noch mit einiger Skepsis ausgestattet ist. Das finde ich sehr seriös. Man setzt sich dort mit dieser neuen Organisationsform wirklich auseinander. Es ist für die katholische Kirche ein ungewöhnlicher Gedanke, dass Schülerinnen und Schüler mit Erwachsenen