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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 4/2017
Wer ist Herr im Hirn?
Der Streit um den freien Willen
Der Inhalt:

Nachgefragt: Wem soll die Kirche Raum geben?

Benedikt Jürgens vom Zentrum für angewandte Pastoralforschung wirbt für eine Kirche, die Platz macht

Publik-Forum: Ihr Kongress, den 450 Katholiken besucht haben, trug den Titel »Für eine Kirche, die Platz macht«. Aber: Ist in der Kirche nicht zu viel Platz, weil immer weniger Menschen hingehen?

Benedikt Jürgens: Genau. Das ist ernüchternd, birgt aber auch eine Chance: Da ist Platz für Neues. Unsere Idee: Die Kirche beherrscht nicht mehr die Plätze, sondern macht Platz für Anliegen, die alle angehen.

Wie soll das gehen?

Jürgens: Die Kirche sollte möglichst genau verstehen lernen, was in ihrer Umgebung los ist. Sie findet zu ihrer Stärke, wenn sie sich von der Sorge um ihren eigenen Bestand löst und das kommunale Gemeinwohl anstrebt. Fragte man beispielsweise, was man dem Bistum Essen in zehn Jahren wünscht, müsste die Antwort lauten: dass es dem Ruhrgebiet besser geht.

Was heißt das für eine Innenstadtkirche?

Jürgens: In der City muss die Kirche fragen: Wie kann Religion dazu beitragen, die Qualität des Lebens in der Stadt zu verbessern? Und wenn immer weniger zur Gemeinde gehören, die Aufgaben in der Obdachlosen- oder Flüchtlingshilfe aber nicht weniger werden, dann muss sie mit anderen zusammenarbeiten. Oder wenn der Kirchenchor schrumpft – warum kooperiert er nicht mit einer Musikhochschule?

Worum ging es beim Kongress?

Jürgens: Wir haben das Konzept der raumgebenden Pastoral vorgestellt, Lernprozesse aufgezeigt und Kompetenzen definiert, die man dazu braucht, Platz zu machen. Unser Anliegen ist es, die Chancen aufzugreifen, die darin liegen. Wie schön es sein kann, wenn die K