Zur mobilen Webseite zurückkehren
Schriftgröße ändern:

Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 4/2017
Wer ist Herr im Hirn?
Der Streit um den freien Willen
Der Inhalt:

Kopenhagen Stadt der Zukunft

Die dänische Hauptstadt gibt Fahrrädern den Vorrang, will schon 2025 klimaneutral sein und setzt auf innovative Technik. Was andere Großstädte von Kopenhagen lernen können – und was nicht

Kopenhagen bekommt gerade ein neues Wahrzeichen. Im Gegensatz zur Kleinen Meerjungfrau, die auf einem Stein am Meeresufer hockt, handelt es sich um einen riesigen silbrigen Bau mit abgerundeten Ecken und durchbrochener Fassade. Er steht für städtebaulich Machbares und transportiert gleichzeitig ein Stück Utopie. Damit passt er zum Ruf Kopenhagens, das als besonders zukunftsträchtige, nachhaltige Großstadt gilt. Denn Amager Bakke, wie der Bau heißt, ist eine der modernsten Müllverbrennungsanlagen Europas. Sie soll 160 000 Haushalte mit Fernwärme und 62 000 Häuser mit elektrischer Energie versorgen, das geneigte Dach soll als künstlicher Skihang genutzt werden. »Es wird ein Fallbeispiel für grüne dänische Technik, und es wird grünes, nachhaltiges Wachstum fördern«, sagt Oberbürgermeister Frank Jensen über das Projekt.

Der bis zu 85 Meter hohe Bau soll dieses Jahr in Betrieb genommen werden. Effiziente Energieerzeugung ist ein wichtiger Baustein in Kopenhagens Klimaplan. Das ambitionierte Ziel: Im Jahr 2025 soll die größte Stadt Dänemarks die erste klimaneutrale Hauptstadt der Erde sein. Schon jetzt wirbt Kopenhagen intensiv mit diesem Label. Die Stadt gilt aber auch als »Fahrradhauptstadt« und als »lebenswerteste Stadt der Welt« – und vielen als Vorbild für andere Metropolen. Zu Recht?

Neben Großprojekten setzt Kopenhagen auch auf kleine Initiativen wie »tagtomat« – Gemüsegärten auf Dächern von Mülltonnenunterständen oder in Pflanzenkästen auf ehemaligen Parkplätzen, die »den Weg zu grüner Gemeinschaft« ebnen wollen. Die Anwohner – und nicht städtische Bedienstete – sollen die Beete pflegen. Das Ziel: Zusammengehörigkeit stiften, Verständnis für die Natur erweitern sowie den S