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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 4/2017
Wer ist Herr im Hirn?
Der Streit um den freien Willen
Der Inhalt:

Buchbesprechungen

vom 24.02.2017

Daniel Bax
Angst ums Abendland
Westend. 288 Seiten. 17,99 €

Das Buch widerspricht detail- und kenntnisreich allen »Abendland-Ideologen«, die einen Kampf der Kulturen herbeireden wollen. Dem Autor, Islamwissenschaftler und taz-Redakteur sind originelle Zugänge gelungen, die zum vertieften Nachdenken anhalten. Dies gilt besonders für seinen kurzen Streifzug durch die Geschichte des schillernden Abendland-Begriffs, für seine Distanz zur »naiven Gesinnungsethik« der Charlie-Hebdo-Sympathisanten und seine Skepsis gegen einen strikten Laizismus auch in der Schule. Allerdings gibt es auch Defizite: Das Einstiegskapitel über Neukölln ist typisch für Hauptstadtjournalismus; die das ganze Buch durchziehende Stigmatisierung einer überschaubaren Zahl muslimischer Islamkritiker ermüdet; die Frage nach den Werten, die »den Kontinent zusammenhalten«, und die Diskussion, wie sich »Gemeinschaft über religiöse und kulturelle Grenzen hinweg herstellen lässt«, verdient mehr Aufmerksamkeit. Aber vielleicht folgt ja dazu ein weiteres Buch – es wäre zu wünschen. Michael Kuderna

Wolfgang Koschnick
Eine Demokratie haben wir schon lange nicht mehr
Westend. 302 Seiten. 17,99 €

Dies ist ein Buch zum Wahljahr: Klar in der Aussage und wütend in der Diktion, sieht der Unternehmensberater und Fachjournalist Koschnick das System der repräsentativen Demokratien in den westlichen Staaten »am Rande des Zusammenbruchs«. Versagt haben sie alle: Die politischen Parteien bezeichnet er als den größten »Klotz am Bein der Demokratie«, der Bundestag sei »zur Karikatur … verkommen«, die Abgeordneten hätten sich »selbst zum Stimmvieh« degradiert. Für Koschnick ist der demokratische Staat ein »geld- und machtgieriges Monstrum«, in dem das Volk »immer weniger mitzubestimmen« hat. Manches Argument wiederholt sich, und einige Feststellungen sind so absolut, dass man den Koffer für den Untergang packen mag und Perspektiven fehlen. Dennoch: ein an- und aufregender Beitrag zum viel diskutierten Widerstand gegen das sogenannte Establishment. Klaus Joachim Greiner

Bernhard Grümme/
Thomas Schlag (Hg.)
Gerec

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