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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 4/2016
Martin Luther: Der zweifelhafte Freiheitsheld
Der Inhalt:

Börsenbeben

Das Finanzsystem wankt, die Weltwirtschaft kriselt, ein neuer Crash wird vorhergesagt. Doch noch ist die Wende möglich

Die Aktienkurse brechen immer wieder ein, die Ölbranche zittert, China steckt in der Krise, die USA melden schwache Wirtschaftsdaten, und manche Großbanken weisen Verluste aus. Crash-Propheten sehen sich bestätigt. In der Tat sind Einbrüche an den Börsen oder auch Bankenpleiten wahrscheinlich, wenn die Entwicklung so weitergeht. Doch noch ist es nicht so weit. Noch ist Rettung möglich – aber nur dann, wenn die Regierungen endlich Politik machen und diese nicht weiter den Zentralbanken überlassen.

Seit der Finanzkrise versorgen die Zentralbanken die Welt mit billigem Geld – in der Hoffnung, die Unternehmen und Verbraucher investierten es in die reale Wirtschaft. Zwar konnten die Zentralbanker die Staatsschuldenkrise in Europa entspannen, weil sie die Zinsen niedrig hielten und zudem ankündigten, auch Staatsanleihen hoch verschuldeter Länder zu kaufen. Das hat die Gläubiger beruhigt. Die Hoffnung auf eine Belebung der Realwirtschaft ist allerdings nicht aufgegangen. Im Gegenteil. Viele Anleger nutzen das billige Geld für riskante Spekulationen an den Börsen und wechseln in Millisekunden die Anlage. In diesem Klima der Unsicherheit genügt ein Funke, eine Krisenmeldung, um weitere Unsicherheit auszulösen.

Es gibt genügend, was Funken auslösen könnte: Da ist die Krise von Schwellenländern wie China oder Brasilien, die bisher exportstarken Ländern wie Deutschland aus dem europäischen Absatzloch geholfen haben. Und da ist der Ölkrieg zwischen Saudi-Arabien und anderen Ölproduzenten wie Russland, den USA, dem Irak oder dem Iran. Da die Saudis nicht bereit sind, das Angebot an Öl zu begrenzen, sinkt der Ölpreis. Das bedroht die Ölkonzerne und die Banken, die ihnen Milliardenkredite für neue Investitione