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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 4/2013
Die Entscheidung
Nach dem Rücktritt des Papstes: Was sich in der katholischen Kirche ändern muss
Der Inhalt:

Was für einen Papst wünschen Sie sich?

vom 22.02.2013

Ich wünsche mir gar keinen Papst! Stattdessen fände ich es gut, wenn wir die Leitungsform der Kirche überdenken und den »Heiligen Stuhl« durch eine Leitungsversammlung ersetzen. Es wäre doch sinnvoll, die verschiedenen Aufgaben, die der Papst bisher allein erfüllen muss, auf mehrere Schultern zu verteilen: einen, der sich um die Weltpolitik kümmert, eine andere als Ansprechpartnerin für die Organisation der Ortskirchen. Benedikt XVI. hätte in so einer Konstellation gut der spirituelle Leiter der Kirche sein können. Das hätte ihm doch viel besser gestanden als die politischen Verwicklungen, in die er immer wieder geraten ist. So ein Leitungsteam für die Gesamtkirche sollte demokratisch gewählt sein: Männer und Frauen, Geweihte und Nichtgeweihte gleichberechtigt und auf Augenhöhe. Und der Bischof von Rom kann da meinetwegen der Leiter sein, der die Versammlung moderiert. Das Papsttum ist ein historisch gewachsenes Amt. Deshalb kann man es auch wieder ändern. Durch den Rücktritt von Benedikt XVI. wird das Amt relativiert. Das finde ich gut: Der Fels hat Risse gekriegt.

Jutta Lehnert, Pastoralreferentin, geistliche Leiterin
der Katholischen Studierenden Jugend (KSJ) im Bistum Tier

Ich wünsche mir einen neuen Papst, der ein Auge hat für die reelle Situation, in der die Menschen leben. Für ihre schwierigen Lebensbedingungen, wirtschaftlichen Zwänge und prekären Arbeitsverhältnisse. Ich wünsche mir, dass er Christen unterstützt, die gegen soziale Ungerechtigkeit kämpfen – und sie nicht gleich unter Kommunismusverdacht stellt. Vor allem für die Lebenswelt und Kultur junger Menschen sollte der Papst einen Blick haben. Ich wünsche mir, dass er die große Kluft zwischen den moralischen Ansprüchen der Kirche und ihrer Lebenswirklichkeit wahrnimmt. Und dass er anerkennt, dass auch die jungen Menschen, die nicht nach den Maßstäben der Kirche leben, die Verhütungsmittel nehmen, unverheiratet zusammenwohnen oder ihre Homosexualität leben, dennoch ein ethisches und christliches Leben führen können. Dies würde auch zur Glaubwürdigkeit unserer Kirche in der heutigen Zeit beitragen.

Sarah Prenger, Studentin, Bundesvorsitzende
der Christlichen Arbeiterjugend (CAJ)

Ich wünsche mir einen Papst, der den ungewöhnlichen

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