Die säkulare Fundgrube
Joseph Ratzingers Theologie speist sich aus verschiedenen Quellen. Deren Kombination hätte zu höchst fruchtbaren und dynamischen Ergebnissen führen können. Da ist der Einfluss eines ästhetisch sensiblen Romano Guardini mit seinem kulturoffenen und subjektbetonten Katholizismus. Hinzu kommen die Einflüsse der französischen Theologie (»nouvelle théologie«), die auf die belebende Spiritualität der spätantiken Kirche setzt. Seine Studien zu Augustinus und Bonaventura machen ihn resistent gegen den tödlichen neuscholastischen Rationalismus. Die Liebe zur lateinischen Liturgie lernt er im Elternhaus, und mit der Bibel setzt er sich spätestens seit seiner Studentenzeit auseinander.
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Hermann Häring, geboren 1937, war bis zu
seiner Emeritierung Professor für systematische Theologie an der Universität Nijmegen.
