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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 4/2013
Die Entscheidung
Nach dem Rücktritt des Papstes: Was sich in der katholischen Kirche ändern muss
Der Inhalt:

Unterirdisch

von Constanze Bandowski vom 22.02.2013
Stockholms U-Bahn besitzt die längste Galerie der Welt. Kunstliebhaber entdecken die geheimnisvollen Schätze bei einem geführten Rundgang – kostenlos

Auf den ersten Blick ist das Stockholmer U-Bahn-System genauso verwirrend wie jedes andere Streckennetz der Welt: Drei Linien, rot, grün und blau, verbinden die 14 Inseln der schwedischen Hauptstadt miteinander. 110 Kilometer Gleisstrecke, 100 Bahnhöfe und mittendrin die Metrostation T-Centralen, an der sich alle Linien kreuzen. Tief hinab in den skandinavischen Granit bohren sich hier Rolltreppen, Fahrstühle und Bahnsteige. Über vier Ebenen entsteht ein Labyrinth, in dem Fremde leicht Orientierungsnot erleiden. Hinzu kommen verzweigte Gleise in den Außenbezirken und Endstationen mit so unaussprechlichen Namen wie Fruängen oder Åkeshov. Wer zum Weltkulturerbe-Friedhof Skogskyrkogården an der gleichnamigen Haltestelle der grünen Linie will, darf nicht in die grüne Linie mit der Endstation Skarpnäck einsteigen. Wer es dennoch tut, hat Glück gehabt, denn er kommt in den unerwarteten Genuss eines Kunstwerks des US-amerikanischen Bildhauers Richard Nonas. 17 Steinblöcke hat Nonas 1994 auf dem Bahnsteig aufgestellt. Bis zum Eintreffen des nächsten Zuges kann man sich auf eines der Objekte setzen und erholen. Oder man schlendert über den backsteinfarbenen Fußboden durch den rot getünchten Tunnel, nimmt die Rolltreppe, schaut sich 17 weitere Skulpturen aus Granit an und endet in einer nüchternen Eingangshalle. Wer einen Blick ins Freie wirft, entdeckt einen typischen Stadtteil der 1980er-Jahre: gepflasterte Gehwege, umsäumt von Baumreihen und Wohnblocks aus rotem Backstein. »Die 17 symbolisiert den Namen der grünen Linie T17, die Farbgebung korrespondiert mit den Gebäuden oberhalb der Metrostation«, erklärt Marie Andersson. Dass Skarpnäck wie fast alle U-Bahnhöfe ihrer Heimatstadt Kunst zu bieten hat und wie es dazu gekommen ist, erläutert die Kunsthistorikerin und Fremdenführerin bei einer kostenlosen Tour durch Stockholms Untergrund.

»Unsere U-Bahn ist die längste Galerie der Welt«, sagt die blonde Schwedin. Seit 13 Jahren arbeitet sie bei den Stockholmer Verkehrsbetrieben SL (Storstockholms Lokaltrafik) als Tour-Guide. Einheimische können das ganze Jahr hindurch die unterirdische Welt der Kunst mit ihr und ihren Kolleginnen entdecken. Jede Woche gibt es eine neue Route. »So kannst du in einem Jahr alle 94 Stationen mit Kunstobjekten sehen«, sagt Marie Andersson. »Wir haben einige Fans, die kommen jede Woche, zu jeder Tour! Unser Angebot ist also ziemlich angesagt.« Ausländische Gäste k

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